Linke: 10.000 Mieter melden überhöhte Mieten via Wucher-App
10.000 Mieter melden Mietwucher via App

Die Linksfraktion im Bundestag hat eine positive Zwischenbilanz ihrer sogenannten Mietwucher-App gezogen. Seit dem Start der Aktion im November 2024 haben bundesweit gut 10.000 Haushalte ihre mutmaßlich überhöhten Mieten an die zuständigen Behörden gemeldet. Dies geht aus einer Auswertung der Linksfraktion hervor, die der dpa vorliegt.

App in 36 Städten verfügbar

Die App ist mittlerweile in 36 Städten nutzbar und wurde insgesamt rund 303.500 Mal heruntergeladen oder genutzt. In etwa 198.000 Fällen stellte sich bei der Überprüfung heraus, dass die gezahlte Miete über dem ortsüblichen Niveau lag. Dennoch zögerten viele Betroffene, offizielle Schritte einzuleiten. Die Linke vermutet, dass Angst vor dem Verlust der Wohnung der Hauptgrund dafür ist.

Von den 10.255 Haushalten, die tatsächlich eine Meldung bei den Ämtern abgaben, lagen die Überschreitungen im Schnitt bei 66 Prozent. Nach Berechnungen der Linksfraktion müssten die Mieten dieser Haushalte im Durchschnitt um 250 Euro pro Monat gesenkt werden. Jede dritte Meldung stammt aus Berlin.

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Rechtliche Grundlagen

Nach dem Wirtschaftsstrafgesetz kann eine Ordnungswidrigkeit vorliegen, wenn die Miete um mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt und der Vermieter die angespannte Marktlage ausnutzt. Bei einer Überschreitung von mehr als 50 Prozent kann es sich unter bestimmten Umständen sogar um eine Straftat handeln.

Besonders intensiv genutzt wurde die App in Berlin. Dort trugen Mieter insgesamt 111.777 Mal ihre Daten ein, in 4.658 Fällen schalteten sie die Behörden ein. Im Oktober 2025 wurde in Friedrichshain-Kreuzberg ein Bußgeld in Höhe von 26.000 Euro verhängt und eine Mietrückzahlung von 22.000 Euro durchgesetzt.

Frankfurt am Main als Vorreiter

Als besonders konsequent im Kampf gegen Mietwucher gilt Frankfurt am Main. Das dortige Wohnungsamt habe seit 2020 mehr als tausend Verfahren geführt und Rückzahlungen von insgesamt 330.330 Euro erwirkt. In Berlin, Leipzig und Tübingen wurden eigene Stellen zur Verfolgung von Mietwucher eingerichtet. Städte wie Hannover, Leipzig und Hamburg haben eigene Meldeportale für illegale Mieten geschaffen.

Die Linke zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Die Wucher-App hat etwas ins Rollen gebracht“, heißt es in der Mitteilung. „Illegale Mieten müssen gesenkt werden“, erklärte die Abgeordnete Caren Lay. „Die Verfolgung von Mietpreisüberhöhungen durch die Kommunen ist möglich, wird aber immer noch von viel zu wenigen Verwaltungen engagiert betrieben.“ Dass konkrete Fälle gemeldet würden, helfe den Stadtverwaltungen.

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