Der Wechsel des Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl stellt die Berliner CDU nach Einschätzung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dirk Stettner vor erhebliche Herausforderungen. „Wir wechseln den Spitzenkandidaten kurz vor der Wahl. Das ist keine leichte Aufgabe, selbstverständlich nicht“, sagte Stettner in der RBB-„Abendschau“. Gut zwei Monate vor dem Urnengang hatten die Kreisvorsitzenden der Partei am Abend getagt und sich auf Finanzsenator Stefan Evers als neuen Spitzenkandidaten geeinigt. Damit reagiert die Partei auf den Rückzug von Berlins Regierungschef Kai Wegner, der am Nachmittag seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklärt hatte.
Einigung der Kreisvorsitzenden auf Stefan Evers
Die Runde der Kreisvorsitzenden habe sich schnell auf Evers als besten Kandidaten verständigt, um die CDU in den Wahlkampf zu führen. „Es wird schnellstmöglich jetzt die Empfehlung an den Landesvorstand ausgesprochen werden“, kündigte Stettner an. „Der wird dann tagen, schnellstmöglich, um dann die weiteren Schritte zu besprechen. Aber für uns heißt es, wir gehen ab sofort mit Stefan Evers in den Wahlkampf.“ Die endgültige Entscheidung über die Spitzenkandidatur obliegt dem CDU-Landesvorstand, der voraussichtlich in den kommenden Tagen zusammentreten wird.
Anpassung der Wahlkampagne erforderlich
Stettner verwies auf die Notwendigkeit, die laufende Kampagne anzupassen. „Es wird wahrscheinlich auch eine lange Nacht werden, weil jetzt natürlich die laufende Kampagne angepasst werden muss“, sagte er mit Blick auf das Treffen der Kreisvorsitzenden. Die inhaltliche Ausrichtung der Kampagne bleibe zwar unverändert, jedoch müsse die Person des Spitzenkandidaten nun neu in den Mittelpunkt gerückt werden. Die CDU steht damit vor der Aufgabe, innerhalb kürzester Zeit ihre Wahlkampfstrategie auf Evers zuzuschneiden und die Wähler von seiner Führungsqualität zu überzeugen.
Kai Wegners Rückzug als Auslöser
Berlins Regierungschef Kai Wegner hatte am Nachmittag seinen Rückzug als CDU-Spitzenkandidat angekündigt. Die Gründe für diesen Schritt wurden zunächst nicht näher erläutert. Wegner hatte die Partei bei der vergangenen Abgeordnetenhauswahl 2023 zum Sieg geführt und war anschließend zum Regierenden Bürgermeister gewählt worden. Sein Verzicht auf eine erneute Spitzenkandidatur kam überraschend und zwingt die Partei nun zu einer schnellen Neuaufstellung. Die Kreisvorsitzenden einigten sich am Abend auf Evers, der als Finanzsenator in der Landesregierung Wegner bereits eng mit ihm zusammengearbeitet hat.
Ausblick: Entscheidung des Landesvorstands steht aus
Die endgültige Entscheidung über die Spitzenkandidatur liegt beim CDU-Landesvorstand. Stettner kündigte an, dass die Empfehlung der Kreisvorsitzenden schnellstmöglich an den Vorstand weitergeleitet werde. Dieser werde dann tagen, um die weiteren Schritte zu besprechen. Bis dahin bleibt die Kampagne in der Schwebe, während die Partei intern die Weichen für den Wahlkampf mit Evers stellt. Die Berliner CDU muss nun zeigen, dass sie trotz des kurzfristigen Wechsels geschlossen und zielgerichtet in die entscheidende Phase vor der Wahl gehen kann.



