Deutschlandfunk reformiert Programm: Neue Formate und mehr Dialog ab November
Deutschlandfunk reformiert Programm ab November

Der Deutschlandfunk (DLF) plant eine umfassende Programmreform, die ab dem 30. November 2026 in Kraft treten soll. Der Sender reagiert damit auf veränderte Mediennutzungsgewohnheiten und setzt auf neue Hintergrundformate, mehr Dialog mit dem Publikum sowie eine stärkere Verzahnung von linearem Radio und digitalen Angeboten. Dies gab der Sender am 2. Juli 2026 bekannt.

Neue Sendezeiten und Hintergrundberichterstattung

Mit dem neuen Sendeschema verschieben sich die Sendezeiten der Informationssendungen. Die „Informationen am Morgen“ laufen künftig von 6 bis 10 Uhr, die „Informationen am Abend“ beginnen bereits um 17 Uhr und orientieren sich damit stärker an den Zeiten, zu denen sich viele Menschen unterwegs informieren. Die zehnminütigen Nachrichten zur vollen Stunde bleiben bestehen.

Ein Schwerpunkt der Reform ist der Ausbau der Hintergrundberichterstattung. Künftig soll es dreimal täglich halbstündige Hintergrundsendungen geben, die jeweils ein Thema oder eine Fragestellung in den Mittelpunkt stellen. Zudem binden die Informationssendungen am Morgen, Mittag und Abend stärker journalistische Recherchen aus den Fachredaktionen ein.

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Neues Format „Im Dialog“ und Podcasts im Radio

Neu eingeführt wird das werktägliche Format „Im Dialog“, in dem Fachredaktionen gemeinsam mit Hörerinnen und Hörern ein Tagesthema erörtern. Podcasts wie „Der Tag“ und der „Politikpodcast“ sollen künftig auch im linearen Radioprogramm ausgestrahlt werden. Programmdirektorin Jona Teichmann betonte: „Die Reform ist kein Sparprogramm. Alle Programme bleiben erhalten, Redaktionen werden nicht geschlossen und die Programmmittel vollständig erhalten.“

Stellenabbau und medienpolitischer Hintergrund

Gleichzeitig hält der Deutschlandfunk an dem bereits geplanten Abbau von jährlich 0,5 Prozent der festen Stellen fest. Nach Angaben von Intendant Stefan Raue entspricht das sechs bis acht Stellen pro Jahr. Dass der Sender verstärkt auf neue Formate setzt, hat auch einen medienpolitischen Hintergrund: Seit Dezember 2025 gilt ein Reformstaatsvertrag, der unter anderem den Abbau von Doppelstrukturen, weniger lineare Programme und eine stärkere Kooperation von ARD, ZDF und Deutschlandradio vorsieht.

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