Die Sportwelt ist in Aufruhr: Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien aufgehoben und zur Bewährung ausgesetzt. Diese Entscheidung soll nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino gefallen sein. Der Vorfall löst heftige Kritik und Forderungen nach einer sofortigen Amtsenthebung Infantinos aus.
Trumps Anruf und die Folgen
Der Skandal um die Einflussnahme des US-Präsidenten auf die FIFA-Entscheidung erschüttert den Weltverband. BILD-Sportchef Henning Feindt kommentiert: „Das muss das Ende von Infantino sein!“ Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf äußert sich besorgt: „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa.“
Wie kann Infantino gestürzt werden?
Ein FIFA-Präsident kann nicht wie ein Regierungschef durch ein Misstrauensvotum abgesetzt werden. Die Statuten des Weltverbandes sehen mehrere Wege vor: Suspendierung oder Sanktion durch die unabhängige Ethikkommission, Abwahl bei einer Präsidentenwahl oder Rücktritt.
Suspendierung durch die Ethikkommission
Wenn der Präsident gegen den FIFA-Ethikkodex verstößt – etwa durch Korruption, Amtsmissbrauch oder schwere Pflichtverletzungen – kann die unabhängige Ethikkommission ein Verfahren einleiten. Sie kann den Präsidenten zunächst vorläufig suspendieren und später für längere Zeit oder lebenslang aus allen Fußballämtern ausschließen. Ein bekanntes Beispiel ist Sepp Blatter, der 2015 zunächst vorläufig suspendiert und später für mehrere Jahre gesperrt wurde.
Abwahl bei der Präsidentenwahl
Der FIFA-Präsident wird vom FIFA-Kongress für vier Jahre gewählt. Läuft seine Amtszeit aus, können die 211 Mitgliedsverbände einen anderen Kandidaten wählen. Infantino hat bereits angekündigt, sich 2027 beim Kongress in Rabat (Marokko) erneut zur Wahl zu stellen. Die Konföderationen aus Südamerika (10 Stimmen), Afrika (54 Stimmen) und Asien (46 Stimmen) haben bereits ihre Unterstützung zugesagt – mit 110 von 211 Stimmen wäre eine Mehrheit gesichert, ohne dass Europa notwendig wäre.
Rücktritt oder Amtsunfähigkeit
Der Präsident kann selbst zurücktreten oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft ausfallen. In diesem Fall übernehmen Vizepräsidenten die Aufgaben, bis die Nachfolge geregelt ist.
Auswirkungen auf die FIFA und den Fußball
Der Skandal um Trumps Anruf und die Aufhebung der Sperre von Balogun wirft ein schlechtes Licht auf die FIFA und ihre Führung. Die Glaubwürdigkeit des Weltverbandes steht auf dem Spiel. Sollte Infantino nicht zurücktreten oder abgesetzt werden, drohen weitere Proteste und Forderungen nach Reformen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Druck ausreicht, um einen Wechsel an der FIFA-Spitze zu erzwingen.



