Kai Wegner tritt zurück: Vom Hoffnungsträger zur Belastung für Berlin
Kai Wegner tritt zurück: Vom Hoffnungsträger zur Belastung

Kai Wegner (CDU) ist als Spitzenkandidat für die Berliner Wahl zurückgetreten. Der Regierende Bürgermeister wurde für seine Partei zunehmend zur Belastung. Der Rücktritt sei nur konsequent gewesen, schreibt Gilbert Schomaker, stellvertretender Chefredakteur, in einem Kommentar. Für Berlin bedeute der Rückzug aber auch Risiken.

Druck von außen und innen wurde zu groß

Wegner habe nicht mehr gekonnt. Der Druck von außen, aber auch von innen sei zu groß gewesen. Er habe sich verstrickt in Unwahrheiten und Täuschungen rund um den großen Stromausfall im Januar im Südwesten Berlins. Selbst sein Beteuern, doch alles korrigiert zu haben, half ihm am Ende nicht weiter.

Wegner wurde mehr und mehr zur Belastung für die Berliner CDU. Er zog die Partei mit seinem PR-Desaster mit herunter. Laut einer Umfrage ist die CDU zurzeit nur noch viertstärkste Kraft in Berlin. Die Chancen auf einen Wahlerfolg sind gering. Dutzende Jobs in den Senatsverwaltungen, im Abgeordnetenhaus und in den Bezirken sind in Gefahr. Es droht nach nur drei Jahren ein totaler Machtverlust.

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SPD signalisierte: Keine Gespräche mehr mit Wegner

Die SPD, ein möglicher Koalitionspartner nach der Wahl, signalisierte schon jetzt: Gespräche nach der Wahl gibt es vielleicht, aber nicht mehr mit Kai Wegner an der Spitze. Da blieb nur noch die Notbremse, der Rückzug von der Spitzenkandidatur. Wegner habe lange am Amt festgehalten, sodass das Amt selbst drohte, Schaden zu nehmen. Insofern sei der Rücktritt gut für die Demokratie, auch gut für Berlin.

Wie soll die CDU nun aus der Krise kommen?

Möglicher neuer Spitzenkandidat ist Stefan Evers. Mit dem amtierenden Finanzsenator bleiben jetzt nur noch elf Wochen bis zum Wahltermin am 20. September. Die Union wird nun auf einen Alles-oder-Nichts-Wahlkampf setzen. Das Motto: Rettet das Rote Rathaus vor den Roten. Denn die Linkspartei liegt mit 20 Prozent vor. Die Union wird versuchen, irgendwie die bürgerlichen Kräfte gegen einen Linksruck in der Stadt hinter sich zu bringen. Die einfachen Antworten von links und von rechts reichen nicht.

In dem Rücktritt liege auch eine Chance für die CDU, gute Antworten aus der Mitte zu liefern. Mit einem Kandidaten, der Vertrauen zurückgewinnen kann.

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