Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zieht seine Spitzenkandidatur für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zurück. Das gab er am Freitag in einem Video bekannt. Wegner will jedoch Regierender Bürgermeister bleiben. Als neuer Spitzenkandidat der CDU gilt Kultursenator Stefan Evers.
Hintergrund: Diskussionen um Krisenmanagement nach Stromausfall
Anlass für den Rückzug sind anhaltende Diskussionen um Wegners Krisenmanagement nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin im Januar 2026. Damals war die Stadt für Stunden ohne Strom, und Wegner geriet wegen seiner Reaktion in die Kritik. Besonders umstritten war, dass er während des Blackouts Tennis spielte. In einem WELT-Talk sagte Wegner dazu: „Ja, ich war am Samstag zwischen 13 und 14 Uhr eine Stunde Tennisspielen.“
Wegner bleibt Regierender Bürgermeister
Trotz des Rückzugs von der Spitzenkandidatur will Wegner sein Amt als Regierender Bürgermeister weiterführen. Die Entscheidung fiel nach internen Gesprächen in der Berliner CDU. Kultursenator Stefan Evers soll nun als Spitzenkandidat in die Wahl im Herbst 2026 ziehen. Evers gilt als erfahrener Politiker und enger Vertrauter Wegners.
Reaktionen aus der Politik
Die Opposition reagierte mit gemischten Gefühlen. Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus erklärte, der Rückzug sei „überfällig“ gewesen. Die Grünen sprachen von einem „Eingeständnis des Scheiterns“. Die CDU selbst betonte, Wegner habe mit dem Schritt Verantwortung übernommen. Ein Parteisprecher sagte: „Kai Wegner stellt die Interessen Berlins über seine eigenen Ambitionen.“
Ausblick auf die Wahl
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet voraussichtlich im September 2026 statt. Mit Stefan Evers als Spitzenkandidat will die CDU ihre Position als stärkste Kraft verteidigen. Aktuelle Umfragen sehen die CDU bei etwa 28 Prozent, dicht gefolgt von SPD und Grünen. Ob der Wechsel an der Spitze der CDU neue Dynamik verleiht, bleibt abzuwarten.



