Lang warnt vor strengeren Regeln bei Krankschreibungen
Lang: Strengere Krankschreibungsregeln sind Schnapsidee

Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat die schwarz-rote Koalition eindringlich davor gewarnt, die geplanten strengeren Regeln für Krankschreibungen umzusetzen. „Wenn die Regierung nicht komplett den Kontakt zur Realität verloren hat, dann wird sie das nicht beschließen, nur um davon abzulenken, dass die Regierung auf die eigentlichen Probleme der Wirtschaft keine Antwort hat“, sagte die ehemalige Parteichefin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lang: Pläne sind eine „Schnapsidee“

Lang zeigte Verständnis für die schwierige Lage im Koalitionsausschuss, in dem viele Maßnahmen gleichzeitig verhandelt werden. Sie räumte ein, dass man dabei „im Tunnel“ sein könne. Dennoch dürfe die Koalition nicht blind an umstrittenen Vorhaben festhalten. „Wenn danach aber alle Betroffenen aus der Praxis sagen, das führt zu mehr Krankheitstagen, nicht weniger - dann dürfen Partei- und Koalitionslogik nicht dazu führen, dass so eine Schnapsidee trotz allem im Bundestag beschlossen wird“, betonte Lang.

Hintergrund: Strengere Regeln für Krankschreibungen

Die schwarz-rote Koalition hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorzuziehen. Zudem soll die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abgeschafft werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne mit dem Ziel, den Krankenstand in den Betrieben zu senken. Allerdings gibt es auch innerhalb der Regierungsparteien Kritik an den Vorhaben.

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Lang empfiehlt Merz Gespräch mit Hausarzt

Lang argumentierte, dass sowohl Patienten als auch Ärzte von einem Verzicht auf die strengeren Regeln profitieren würden. „Die sich nicht angeschlagen in Arztpraxen quälen müssten“, sagte sie mit Blick auf die Patienten. Die ohnehin überlasteten Ärzte würden entlastet. Der ehemaligen Grünen-Chefin zufolge wäre ein Gespräch mit einem Hausarzt für Merz aufschlussreich: „Ich würde Friedrich Merz wirklich empfehlen, mal zehn Minuten mit einem Hausarzt zu telefonieren, bestenfalls einem, der nicht nur Privatpatienten betreut. Es wäre ein gewinnbringendes Gespräch.“

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