Leihmutterschaftsdebatte: Spahns Zukunft entscheidet sich in 48 Stunden
Leihmutterschaft: Spahns Zukunft in 48 Stunden

CSU stellt klare Kante gegen Spahn

Die Debatte um die Leihmutterschaft von Unions-Fraktionschef Jens Spahn (46, CDU) spitzt sich zu. Aus der CSU kommen deutliche Worte: CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek (61) sagte im ZDF: „Für die CSU ist es eindeutig: Leihmutterschaft ist verboten. Es gehört auch zu den Fragen unserer Grundwerte und des Systems dazu, unserer DNA, wenn Sie so wollen. Und da lassen wir auch nicht locker.“ Holetschek betonte, Spahn müsse sich dem Klärungsbedarf stellen. Damit spricht er wohl auch für CSU-Chef Markus Söder (59).

Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen

In der CDU brodelt es: Mecklenburg-Vorpommerns Landeschef Daniel Peters (45) fordert Spahns Rücktritt. Die Frauen-Union distanziert sich. Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (79) sagte zu BILD: „Politisch geht es gar nicht: Sich privat Sachen erlauben, gegen die man als Politiker – auch aktiv als Minister – eingetreten ist.“ Carstensen ergänzte: „Jens Spahns Verhalten schadet der Partei.“

Kirchen kritisieren Spahn scharf

Die Kirchen üben heftige Kritik. Passaus katholischer Bischof Stefan Oster (61) nannte Spahns Vorgehen einen „echten Skandal“ und sprach von einem „Verstoß gegen die Menschenwürde“. Der württembergische evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (63) erklärte: „Wer den Eindruck erzeugt, dass politische Überzeugungen und persönliches Handeln auseinanderfallen, verliert Vertrauen.“

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Spahn: Familie hat Priorität

Spahn selbst äußerte sich im BILD-Podcast „Ronzheimer“: „Für mich gibt es, und das wird mir jede Stunde immer bewusster, nichts Wichtigeres als meine Familie.“ Die Entscheidung über seine Zukunft liege bei der Fraktion, die jedoch erst im September wieder zusammentritt. Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) will nicht so lange warten. Er hat Spahn für Montag um 11 Uhr ins CDU-Präsidium zitiert.

Merz unter Druck

Mit jeder Wortmeldung gerät auch Merz unter Druck. Hat er die politische Brisanz nicht erkannt, als Spahn ihn vier Tage vor der Öffentlichkeit informierte? In Parteiführung und Fraktion schwindet der Glaube, dass Merz mit neutralen Äußerungen durchkommt. Am Sonntag muss Merz im ZDF-Sommerinterview Rede und Antwort stehen. Seit Freitag gibt es Krisenrunden zu seiner Strategie.

Unterstützung für Spahn bröckelt

Eine BILD-Umfrage bei allen CDU-Landesverbänden ergab: Meist Schweigen oder „kein Kommentar“. Kein Landesgruppenchef sprang Spahn bei. Berlins Spitzenkandidat Stefan Evers (46) sagte: „Es ist Sache der Bundestagsfraktion zu entscheiden, ob Jens Spahn weiterhin der Richtige ist, um sie zu führen.“

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