AfD-Spitzenkandidat Holm: Der nette Herr von nebenan im Wahlkampf
AfD-Spitzenkandidat Holm: Der nette Herr von nebenan

Leif-Erik Holm, der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, präsentiert sich im Wahlkampf betont gemäßigt und volksnah. Bei einem Nachmittag im Wahlkampf zeigt sich der 49-Jährige als freundlicher Kandidat, der bewusst auf Konfrontation verzichtet. „Nun wird mir warm hier. Was ist denn das da oben?“, sagt er auf Plattdeutsch, als er in die Sonne blinzelt und sich die Schweißperlen von der Stirn wischt.

Holm als Herausforderer für die CDU

Holm könnte bei der Wahl am 26. September zur echten Herausforderung für die CDU von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig werden. Laut Umfragen liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern bei etwa 20 Prozent, während die CDU auf rund 30 Prozent kommt. Holm selbst gibt sich zuversichtlich: „Wir wollen stärkste Kraft werden“, sagte er kürzlich in einem Interview. Er setzt auf Themen wie Innere Sicherheit, Zuwanderung und die Kritik an der Corona-Politik der Landesregierung.

Gemäßigter Auftritt in der Öffentlichkeit

Bei seinem Wahlkampfauftritt in einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern bemüht sich Holm um einen freundlichen und bürgernahen Eindruck. Er spricht mit Passanten, verteilt Flyer und stellt sich den Fragen der Anwesenden. Dabei vermeidet er extreme Äußerungen, die der AfD oft vorgeworfen werden. Stattdessen präsentiert er sich als „netter Herr von nebenan“, der die Sorgen der Menschen ernst nimmt. Ein Anwohner sagt: „Er wirkt sympathisch, aber ich bin mir unsicher, was dahintersteckt.“

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Wahlkampfstrategie der AfD

Die AfD setzt in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Strategie der Gemäßigtheit, um auch bürgerliche Wähler anzusprechen. Holm gilt als moderates Gesicht der Partei und vermeidet allzu radikale Töne. Er konzentriert sich auf landespolitische Themen wie die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums und die Sicherung von Arbeitsplätzen. „Wir brauchen eine Politik, die den Menschen hier vor Ort hilft“, betont er immer wieder.

Kritik an der Landesregierung

Holm nutzt jede Gelegenheit, um die Arbeit der rot-schwarzen Landesregierung zu kritisieren. Besonders die Corona-Maßnahmen von Ministerpräsidentin Schwesig greift er an. „Die Regierung hat die Bürger mit ihren Verordnungen gegängelt und die Wirtschaft geschädigt“, so Holm. Er fordert eine Rückkehr zu mehr Freiheiten und eine stärkere Berücksichtigung der Meinung der Bevölkerung. Die CDU warnt hingegen vor einer Stimme für die AfD, die „rechtspopulistische Positionen“ vertrete.

Aussichten für die Landtagswahl

Ob Holm tatsächlich Ministerpräsident werden kann, ist fraglich. Die AfD hat in Umfragen zuletzt leicht verloren, liegt aber weiterhin auf Platz zwei. Eine Koalition mit anderen Parteien gilt als unwahrscheinlich, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen. Dennoch könnte die Partei mit einem starken Ergebnis die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern verändern. Der Wahlkampf von Leif-Erik Holm zeigt, wie die AfD versucht, sich ein bürgerliches Image zu geben – mit ungewissem Ausgang.

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