„Falsche Richtung“: Popp kritisiert Entwicklung im Frauenfußball
Popp kritisiert Entwicklung im Frauenfußball

Alexandra Popp (35) ist in diesem Sommer vom erfolgreichsten deutschen Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg zu Drittligist Borussia Dortmund gewechselt. Das erste Interview nach dem verblüffenden Schritt gab die 145-malige Nationalspielerin der WELT am Sonntag – und enthüllt darin auch einen überraschenden Grund für ihre Vereinswahl.

Popp wundert sich über hohe Ablösen

„Ich wollte auch ein bisschen aus diesem Business raus. Der Frauenfußball hat sich in den vergangenen Jahren schon sehr stark entwickelt, was grundsätzlich gut ist. Aber er hat sich teilweise auch ein bisschen in die falsche Richtung entwickelt. Wenn ich beispielsweise die Entwicklung der Ablösesummen sehe“, sagt Popp.

In der vergangenen Woche fiel der Transfer-Rekord in der Bundesliga. Lisa Baum (19) wechselte für insgesamt 600.000 Euro aus Leipzig zu Arsenal. „Das kann ich teilweise absolut nicht nachvollziehen. So gesehen bin ich ganz froh, dass es hier noch recht bodenständig zugeht, dass der Fußball im Mittelpunkt steht, dass hier nicht über das Essen gemeckert wird, sondern dass man froh ist, dass es überhaupt Essen gibt“, sagt Popp: „Auch deshalb bin ich hier, ich wollte ein wenig ,Back to the Roots‘.“

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Vater der BVB-Anhängerin war Schalke-Fan

Popp, die von klein auf Borussia Dortmund anfeuerte, spricht auch über ihren verstorbenen Vater, der Schalke-Fan war. „Ich glaube, er wäre sehr, sehr stolz“, sagt sie dazu, was ihr Papa zum BVB-Wechsel sagen würde. Und: „Natürlich würde er mich auch ein bisschen foppen. Ganz klar. Wenn man die BVB-Schalke-Kombination in der Familie hat, gehört das irgendwie dazu. Das war früher auch so, wenn beispielsweise das Revierderby anstand. Deshalb wäre es jetzt bei uns zu Hause sicher sehr lustig zugegangen.“

Popp ist „gespannt“ auf Bundestrainer Klopp

Über den designierten Bundestrainer der Männer, Jürgen Klopp, freut sich Popp verhalten. Denn: „Wenn man seine Vita sieht, ist er sicher eine gute Wahl. Aber ich bin trotzdem gespannt, denn Vereinstrainer und Bundestrainer – das sind zwei Paar Schuhe.“ Die Stürmerin erklärt: „Du hast als Bundestrainer dein Team nicht täglich vor der Linse, du hast nicht so viel Zeit mit der Mannschaft. Ich würde mir aber sehr wünschen, dass wir endlich den Turnaround hinbekommen und wieder guten und erfolgreichen Fußball sehen.“

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