Merz muss im Fall Spahn ein Machtwort sprechen
Merz muss im Fall Spahn ein Machtwort sprechen

Merz unter Druck: Spahn-Affäre erschüttert die Union

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht vor einer schweren Bewährungsprobe. Der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben die Geburt eines Sohnes bekannt gegeben, den eine Leihmutter in den USA zur Welt brachte. Leihmutterschaft ist in Deutschland jedoch verboten – und Spahn selbst hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Legalisierung ausgesprochen. Dieser Widerspruch zwischen eigenem Handeln und politischer Überzeugung bringt Spahn in Erklärungsnot und zwingt Merz zum Handeln.

Ein Machtwort ist unvermeidlich

Merz kann über diesen Fall nicht hinwegsehen. Die Glaubwürdigkeit eines Spitzenpolitikers, der sich über geltendes Recht hinwegsetzt, ist massiv beschädigt. „Über einen Parteifreund, der sich über ein Gesetz hinwegsetzt und damit seine Glaubwürdigkeit riskiert, kann ein Kanzler nicht hinwegsehen“, kommentiert die Autorin Susanne Beyer. Die Lage ist für Merz jedoch heikel: Nicht der Kanzler, sondern die Fraktion entscheidet über den Fraktionschef, auch wenn der Kanzler faktisch großen Einfluss hat. Zudem ist Spahn in der Union mächtig – er gibt laut Berichten von SPIEGEL-Kollegen inzwischen den Ton an, und vieles hängt von seinem Verhandlungsgeschick ab. Hinzu kommt, dass Spahn selbst Ambitionen auf das Kanzleramt hegt und Merz gefährlich werden könnte.

Spahn als Serientäter: Maskenaffäre und mehr

Es ist nicht das erste Mal, dass Spahn durch fragwürdiges Verhalten auffällt. Der umstrittene Immobilienkauf, die Maskenaffäre und ein Spendendinner während des Lockdowns haben bereits für Schlagzeilen gesorgt. „Wenn ein Politiker den Politikverdrossenen immer wieder Futter gibt, muss ihn irgendwann mal jemand aufhalten“, schreibt Beyer. Die Leihmutterschaftsaffäre kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Union steht ohnehin unter Druck, und die AfD profitiert von der Unzufriedenheit der Bürger.

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WM-Finale und politische Schlagzeilen

Neben der Spahn-Affäre blickt Deutschland auf das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien. Die WM lieferte nicht nur sportliche Höhepunkte, sondern auch politische: Der Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Chef Gianni Infantino, der zur Aufhebung einer Sperre für den US-Spieler Folarin Balogun führte, löste eine weltweite Debatte über die Gültigkeit von Regeln aus. Trump und Infantino wollen am Sonntag gemeinsam den Siegerpokal überreichen – ein perfekter Anlass für ein Buhkonzert.

AfD-Wahlkampfstart mit Ostalgie und Widersprüchen

Die AfD startet heute offiziell ihren Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, wo am 6. September gewählt wird. Die Partei setzt auf Ostalgie und Anti-West-Rhetorik. Doch der Auftakt wird von Alice Weidel bestritten, einer Westdeutschen aus Harsewinkel, die in einer lesbischen Beziehung mit einer in Sri Lanka geborenen Frau lebt – ein Widerspruch, der die Wessi-Hasser vor ein Rätsel stellt.

Gewinnerin des Tages: Roxane Duran

Die österreichisch-französische Schauspielerin Roxane Duran, 33, ist die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Sie spielte bereits mit 15 Jahren in Michael Hanekes „Das weiße Band“ und gilt nun als Herausforderung und Ehre.

Nachtmeldungen: Brand in Norwegen, Angriff auf Odessa

Ein verheerender Brand in Drammen, Norwegen, zerstörte mehr als hundert Wohnungen. Löschhubschrauber kämpften stundenlang gegen die Flammen. In der Ukraine beschädigte ein russischer Raketenangriff auf Odessa einen zivilen Frachter; es gab Verletzte. Trump dankte Infantino für die Aufhebung der Rotsperre für Balogun.

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