Julian Nagelsmann tritt nach dem vorzeitigen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft als Bundestrainer zurück. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte die Trennung am Freitagmorgen und gab bekannt, dass nun Verhandlungen mit Jürgen Klopp über die Nachfolge geführt werden. Der 58-Jährige, derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull, soll grundsätzlich zur Übernahme bereit sein.
DFB-Spitze empfahl Nagelsmann den Rücktritt
Bereits am Donnerstag hatte eine dreistündige Krisensitzung auf dem DFB-Campus in Frankfurt stattgefunden, an der Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Liga-Boss Hans-Joachim Watzke und Geschäftsführer Andreas Rettig teilnahmen. Laut übereinstimmenden Medienberichten legte die Verbandsspitze Nagelsmann den Rücktritt nahe. Der 38-Jährige, der ursprünglich einen Vertrag bis zur EM 2028 besaß, erbat sich Bedenkzeit und kam schließlich zu dem Entschluss, zurückzutreten. Unmittelbar nach dem Ausscheiden im Elfmeterschießen gegen Paraguay hatte er einen Rücktritt noch ausgeschlossen: „Ich bin keiner der wegläuft“, sagte er damals. Nun kam es zu einem Sinneswandel.
Schweiz mühelos ins Achtelfinale
Die Schweiz setzte sich im Sechzehntelfinale von Vancouver souverän mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch und bleibt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko unbesiegt. Vor 52.497 Zuschauern im ausverkauften Stadion erzielte Breel Embolo (10. Minute) die frühe Führung, Dan Ndoye (46.) legte nach der Pause nach. Vorlagengeber Johan Manzambi vom SC Freiburg leitete das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent ein. Im Achtelfinale trifft die Schweiz am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) erneut in Vancouver auf Kolumbien oder Ghana. Algerien, das in der Vorrunde ein denkwürdiges 3:3 gegen Österreich erreicht hatte, wartet weiter auf den ersten Sieg in einer K.-o.-Runde der WM-Geschichte.
Spaniens Torwart Simon knackt WM-Rekord
Spaniens Torhüter Unai Simon hat beim 3:0-Sieg gegen Österreich einen WM-Rekord gebrochen. Der Schlussmann von Athletic Bilbao blieb zum fünften Mal in Folge ohne Gegentor und hält nun bei 519 Minuten ohne Gegentreffer bei WM-Endrunden. Damit überflügelte er den Italiener Walter Zenga, der bei der Heim-WM 1990 zwischen dem Auftaktspiel und dem Halbfinale 517 Minuten lang ohne Gegentor geblieben war. Simons Serie begann bei der WM 2022 in Katar, als er im letzten Gruppenspiel gegen Japan in der 51. Minute bezwungen wurde. Bei der aktuellen WM blieb er gegen Kap Verde (0:0), Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0) ohne Gegentor.
Ronaldo trifft bei dramatischem Sieg gegen Kroatien und gedenkt Diogo Jota
Portugal besiegte Kroatien mit 2:1 und zog ins Achtelfinale ein. Cristiano Ronaldo erzielte in der 68. Minute per Foulelfmeter den Ausgleich, Gonçalo Ramos traf in der Nachspielzeit (90.+4) zum Sieg. Der Sieg war dem ersten Todestag von Diogo Jota gewidmet, der am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte der zum „Man of the Match“ gewählte Ronaldo. Ivan Perisic hatte Kroatien in der 53. Minute in Führung gebracht. Ein vermeintlicher Ausgleich der Kroaten in der 13. Minute der Nachspielzeit wurde wegen Abseits aberkannt. Für Luka Modric, Ronaldos langjährigen Weggefährten bei Real Madrid, endete das Turnier.
Alaba lässt Zukunft offen – Spanien souverän
Österreichs Kapitän David Alaba ließ seine Zukunft in der Nationalmannschaft nach dem 0:3 gegen Spanien offen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft“, sagte der 34-Jährige, dessen Vertrag bei Real Madrid Ende Juni ausgelaufen war. Spanien zeigte sich souverän: Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89.) und Pedro Porro (66.) trafen. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt“, resümierte Trainer Luis de la Fuente. Österreichs Coach Ralf Rangnick haderte mit der Auslosung: „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“
Kimmich hadert mit WM-Aus – Tah würde wieder Elfmeter schießen
DFB-Kapitän Joshua Kimmich zeigte sich auch Tage nach dem Aus tief enttäuscht. „Das macht mich fertig“, schrieb der Bayern-Profi auf Instagram. Er bekräftigte jedoch, dass ein Rücktritt für ihn nicht infrage komme. Jonathan Tah, der im Elfmeterschießen gegen Paraguay verschossen hatte, würde nach eigenen Worten wieder antreten: „Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen.“



