Moskau – Der Protz-Palast von Wladimir Putin in Gelendschik an der Schwarzmeerküste kostete rund 100 Milliarden Rubel (1,1 Milliarden Euro). Doch nach Recherchen des Teams des ermordeten Oppositionellen Alexej Nawalny blieben nach der Fertigstellung rund 6,5 Milliarden Rubel (71,6 Millionen Euro) übrig, die direkt an Putins langjährige Geliebte, die Sportgymnastin Alina Kabajewa, geflossen sein sollen.
Der Palast ist laut Nawalnys Team das größte private Bauprojekt weltweit. Das Anwesen umfasst rund 7000 Hektar – 39 Mal Monaco. Dazu gehören eine unterirdische Eishockeyanlage, ein Kino, ein Billardraum, zwei Restaurants und eine Bierhalle. Zudem wurde ein Tunnel in den Fels gegraben, mit einem Aufzug zum Meer.
Nach Abschluss der Arbeiten 2023 wies die Firma „Investment Solutions“ ein Guthaben von 6,5 Milliarden Rubel auf. Drei Milliarden Rubel (33 Millionen Euro) spendete das Unternehmen direkt an die Wohltätigkeitsstiftung von Kabajewa. Der Stiftungszweck ist unklar. Zwar finanziert die Stiftung angeblich die Förderung von Sportlern, doch das Festival der rhythmischen Sportgymnastik „Alina“ und der Wiederaufbau einer Kirche auf der Krim verschlingen laut Team Nawalny keine Milliardenbeträge. Stattdessen soll Kabajewa einen Großteil der Summe angelegt haben und kassiere nun Zinsen.
Die restlichen 3,5 Milliarden Rubel (38 Millionen Euro) flossen an eine weitere Stiftung von Kabajewa namens „Himmlische Gnade“. Diese veranstaltet ein Turnier für rhythmische Sportgymnastik. Stiftungsgelder seien auch für ein Trainingslager in Waldai eingesetzt worden – nur 1500 Meter von Putins zweiter Luxus-Residenz entfernt. Ziel dieser Trainingslager sei, die Kinder von Putin und Kabajewa zu unterhalten, erklärte Georgi Alburow aus dem Nawalny-Team.
Putin selbst gönnte sich womöglich auch etwas: Laut Ermittlungen flossen rund 30 Millionen Rubel (330.000 Euro) an einen russischen Hersteller von Luxusuhren. Putin besitze mindestens zwei Modelle der Firma.



