Die ehemalige Staatssekretärin Katherina Reiche (CDU) steht in der Kritik, weil sie für einen privaten Gipfel in Tirol einen Dienstwagen über 1300 Kilometer leer fahren ließ. Der Wagen war von Berlin nach Österreich unterwegs, um Reiche zu dem VIP-Treffen zu bringen.
Laut einem Bericht des SPIEGEL wurde der Dienstwagen für die Fahrt zum „Tirol Gipfel“ genutzt, einer privaten Veranstaltung. Reiche hatte zuvor betont, dass keine öffentlichen Kosten entstanden seien. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Leerfahrt des Fahrzeugs tatsächlich ohne Kosten für den Steuerzahler blieb.
Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die Nutzung von Dienstwagen durch Spitzenbeamte. Reiche war bis 2020 Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und ist heute Präsidentin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Der Vorfall ereignete sich während ihrer Amtszeit im Ministerium.
Der „Tirol Gipfel“ ist ein exklusives Treffen von Wirtschafts- und Politikgrößen, das jährlich in Österreich stattfindet. Reiche nahm daran auf Einladung teil. Die Kosten für die Anreise mit dem Dienstwagen wurden nach Angaben des Ministeriums nicht aus Steuermitteln bezahlt, sondern von Reiche selbst getragen. Dennoch bleibt die Frage, ob der Einsatz des Fahrzeugs für private Zwecke angemessen war.
Die Opposition forderte Aufklärung. Kritiker bemängeln, dass die Leerfahrt des Wagens unnötig Ressourcen verbraucht habe. Das Ministerium verteidigte den Vorgang mit Verweis auf die dienstlichen Pflichten Reiches während der Reise.



