Kanzler Merz will höhere Hürden für Krankschreibungen
Die schwarz-rote Bundesregierung plant tiefgreifende Änderungen bei der Krankschreibung. Kanzler Friedrich Merz (CDU) möchte die telefonische Krankschreibung abschaffen und eine verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag einführen. Dies soll Fehlzeiten im Job eindämmen und den Krankenstand senken.
Kritik aus der Koalition
Die Pläne stoßen jedoch innerhalb der Koalition auf erhebliche Vorbehalte. Christian Bäumler, Vize-Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), sagte: „Die Koalition muss dieses völlig unnötige Thema schnell abräumen.“ Die meisten Menschen, mit denen er gesprochen habe, seien entsetzt über die angekündigte Pflicht. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor enormem Mehraufwand: Konservativ geschätzt würden mindestens 30 Millionen zusätzliche Praxisbesuche pro Jahr anfallen.
Merz: Rückdatierung bleibt möglich
Kanzler Merz betonte, die strengeren Regeln bedeuteten nicht, dass man am ersten Tag in die Praxis gehen müsse. Bereits heute ist es Ärzten erlaubt, den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit rückzudatieren. Dennoch bleibt die geplante Neuregelung umstritten.
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