Die AfD-Bundestagsfraktion hat ihren Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen. Grund sind interne Streitigkeiten und Vorwürfe der Vetternwirtschaft. Der Ausschluss erfolgte auf Antrag der Fraktionsspitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla. 98 Abgeordnete stimmten dafür, 14 dagegen, zehn enthielten sich.
Schmidt hatte die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei ausgelöst. Ihm wurde vorgeworfen, sein Bundestagsmandat für private Geschäftsbeziehungen, etwa nach China, genutzt und Parteimitglieder unter Druck gesetzt zu haben. Schmidt wiederum beschuldigte Parteikollegen der Vetternwirtschaft und sprach in einem Interview von einer „Beutegemeinschaft“.
Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann sagte, Schmidt habe der Fraktion mit seinen öffentlichen Äußerungen „zutiefst geschadet“ und sich rächen wollen. Schmidt selbst bezeichnete den Ausschluss als falsch und kündigte an, weiterhin die Ziele der AfD zu unterstützen.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stefan Keuter, der ebenfalls in die Kritik geraten war, weil er seine Freundin angestellt haben soll, darf dagegen im Amt bleiben. Er hatte seinen Posten als Personalchef abgegeben, behält aber sein Amt als Fraktionsvize.
Die Fraktion verliert mit Schmidt den zweiten Abgeordneten seit der Bundestagswahl 2025 und zählt nun 150 Mitglieder. Ein Parteiausschlussverfahren gegen Schmidt läuft noch.



