Britischer Gesundheitsminister Streeting tritt zurück und fordert Starmer heraus
Britischer Gesundheitsminister Streeting tritt zurück und fordert Starmer heraus

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting hat seinen Rücktritt erklärt. In einer Stellungnahme auf X schrieb er, er habe das Vertrauen in die Führung von Premierminister Keir Starmer verloren und es sei „unehrenhaft und prinzipienlos“, in der Regierung zu bleiben.

Beobachter erwarten, dass Streeting mit diesem Schritt seine Kandidatur für den Vorsitz der Labourpartei gegen den angeschlagenen Starmer vorbereitet. Der 43-Jährige hatte bisher Fragen zu seinen Ambitionen ignoriert, gilt aber seit längerem als möglicher Herausforderer.

Der Rücktritt könnte eine ähnliche Regierungskrise auslösen wie vor knapp vier Jahren, als der damalige konservative Premierminister Boris Johnson durch den Rücktritt seines Finanzministers Rishi Sunak gestürzt wurde, der später für den Parteivorsitz kandidierte.

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Um Starmer herauszufordern, benötigt Streeting die Unterstützung von mindestens 81 der über 400 Labour-Abgeordneten. Dies würde eine Urabstimmung unter Parteimitgliedern und weiteren Wahlberechtigten auslösen, bei der auch andere Kandidaten mit je 81 Unterstützern antreten könnten. Starmer stünde als amtierender Parteichef automatisch zur Wahl. Den zeitlichen Ablauf bestimmt das Exekutivkomitee der Partei.

Der Premierminister steht nach der deutlichen Niederlage seiner Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen vor einer Woche unter starkem Druck. Zuvor hatte es bereits Rücktrittsforderungen gegen Starmer gegeben, weil er den Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt hatte. Die Regierung ist zudem wegen der schwachen Wirtschaft, hoher Lebenshaltungskosten und maroder öffentlicher Dienste unbeliebt.

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