Atelierbesuch bei Wolfram Wickert: Der alte Wolf, der Kai Wegner forderte
Atelierbesuch bei Wolfram Wickert: Der alte Wolf

Besuch in seinem Atelier: Wolfram Wickert – Der alte Wolf, der Kai Wegner herausgefordert hat

Berlin. Mit seiner Kandidatur brachte Wolfram Wickert Unruhe in die CDU. Ein Besuch bei einem Mann mit beeindruckender Vita – und streitbaren Thesen zur deutschen Geschichte.

Von Hans Cord Hartmann, Redakteur

20.06.2026, 09:03 Uhr

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bevorzuge uns auf Google

„Uns alles verbieten, anderen alles erlauben!“ Wolfram Wickert vor einem seiner Bilder. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Wolfram Wickert, der sich selbst als „alten Wolf“ bezeichnet, hat mit seiner überraschenden Kandidatur gegen den amtierenden Regierenden Bürgermeister Kai Wegner für Aufsehen gesorgt. Der 72-Jährige ist kein Unbekannter in der Berliner Politik, doch sein Vorstoß innerhalb der CDU kam für viele überraschend. In seinem Atelier, umgeben von seinen Gemälden, empfängt er Besucher und gewährt Einblicke in sein Leben und seine Überzeugungen.

Wickerts Vita ist beeindruckend: Der promovierte Jurist war unter anderem als Richter, Staatsanwalt und später als Rechtsanwalt tätig. Doch auch künstlerisch hat er sich einen Namen gemacht. Seine Bilder, oft großformatig und expressiv, hängen in Galerien und Privatsammlungen. „Die Kunst ist meine zweite Haut“, sagt er und deutet auf ein Werk, das einen Wolf zeigt, der gegen eine unsichtbare Barriere anrennt.

Doch Wickert ist nicht nur Künstler, sondern auch ein scharfer Kritiker der aktuellen Politik. Besonders die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und die Haltung der CDU dazu treiben ihn um. „Wir verbieten uns alles, während wir anderen alles erlauben“, wettert er. Seine Thesen zur deutschen Geschichte sind ebenso streitbar: Er fordert eine Abkehr von der „Schuldkult“ und plädiert für einen selbstbewussteren Patriotismus.

Mit seiner Kandidatur will er einen „Ruck durch die Partei“ bringen. „Die CDU muss wieder konservativer werden, sonst verliert sie ihre Seele“, so Wickert. Ob er tatsächlich Chancen gegen Wegner hat, ist fraglich. Doch allein seine Kandidatur zeigt, dass in der Berliner CDU derzeit vieles in Bewegung ist.

Der Besuch in seinem Atelier endet mit einem Blick auf ein unvollendetes Bild. „Das wird mein Meisterwerk“, sagt Wickert lächelnd. Vielleicht ist auch seine politische Karriere noch nicht zu Ende.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration