Berliner CDU in der Krise: Wegners Zukunft vor Beratung ungewiss
Berliner CDU-Krise: Wegners Zukunft ungewiss

Offener Brief von CDU-Mitgliedern fordert Wegners Rückzug

Wenige Stunden vor der entscheidenden Beratung der Berliner CDU ist die politische Zukunft des Regierenden Bürgermeisters und Spitzenkandidaten Kai Wegner weiterhin ungewiss. Zusätzlicher Druck entsteht durch den Entwurf eines offenen Briefes von CDU-Mitgliedern, die dringend seinen Rückzug fordern. In dem Schreiben heißt es, ein Wahlkampf mit Wegner sei verloren.

Kritik wegen falscher Angaben zu Kommunikation bei Stromausfall

Wegner wird vor allem wegen falscher Angaben zu seiner Kommunikation am ersten Tag des großen Stromausfalls nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag im Berliner Südwesten Anfang Januar scharf kritisiert. Der dreiseitige Brief, der nach eigenen Angaben unter anderem von dem bekannten Investor und Unternehmer Christian Miele verfasst wurde, bezeichnet Wegners Verhalten als Problem für das Vertrauen in die Demokratie. „Jeder weitere Tag im Amt bestätigt all jene, die behaupten, 'die da oben' sagten ohnehin nicht die Wahrheit. Das dürfen wir als Christdemokraten nicht zulassen“, heißt es in dem Text. Miele forderte auf seinen Kanälen in den sozialen Medien und in mehreren Medien den Rücktritt Wegners. Mehrere Dutzend Parteimitglieder hätten sich mit Zustimmung und Unterstützung bei ihm gemeldet, sagte Miele, der Urenkel des Gründers des gleichnamigen Haushaltsgeräteherstellers ist, im Tagesspiegel.

Abendberatung von Landesvorstand und Kreisvorsitzenden

Am Abend um 18.30 Uhr kommen der CDU-Landesvorstand und die Vorsitzenden der zwölf Kreisverbände zusammen, um über Wegners Kandidatur, den Wahlkampf, die Stimmung in der Partei und die Chancen bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu beraten. Wegner hatte am Morgen auf eine angekündigte Rede im Bundesrat verzichtet. Statt seiner nahm sein Stellvertreter, Finanzsenator Stefan Evers (CDU), an der Sitzung der Länderkammer teil. Bereits am Donnerstagabend hatte Wegner einen Termin am Wannsee abgesagt. Ob er bei weiteren geplanten Terminen im Laufe des Tages – beim Hissen einer Regenbogenflagge vor dem Roten Rathaus am Mittag und einem Baustellen-Termin an der Autobahn-Ringbahnbrücke am Nachmittag – dabei sein wird, war zunächst unklar.

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Umfragewerte der CDU eingebrochen

In den Umfragen rutschte die CDU zuletzt auf nur noch 17 Prozent ab. Damit liegt die Partei weit unter den 28,2 Prozent, die sie bei der Wahl 2023 erreicht hatte. In der Partei gibt es Stimmen, die Wegner dafür mitverantwortlich machen. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach schloss eine Zusammenarbeit mit Wegner nach der Wahl im September aus.

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