Brandenburgs CDU würdigt Spahns Rücktrittsentscheidung
Brandenburgs CDU würdigt Spahns Rücktritt

Brandenburgs CDU-Landeschef Jan Redmann hat den Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion respektvoll gewürdigt. „Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schwierig es sein kann, politische Verantwortung und höchstpersönliche Lebensentscheidungen in Einklang zu bringen“, teilte Redmann der Deutschen Presse-Agentur mit. Spahn habe sich der Debatte gestellt und die Konsequenz gezogen, sein Amt niederzulegen, weil für ihn seine Familie an erster Stelle stehe. „Diese Entscheidung verdient Respekt.“

Hintergrund des Rücktritts

Spahn war nach wachsendem Druck zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er und sein Mann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, und die CDU spricht sich gegen eine Legalisierung aus – eine Position, die Spahn in der Vergangenheit selbst vertreten hatte.

Redmann kritisierte, dass manche Kritik an Spahn „Maß und Mitte verloren“ habe. „Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen“, sagte er. Der Landeschef dankte Spahn für dessen Arbeit: Er habe die Fraktion „mit großem Engagement, klarer Führung und hoher Verlässlichkeit geführt und gerade jüngst Reformen in der Koalition den Weg bereitet. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung.“ Er wünschte Spahn und seiner Familie alles Gute.

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Reaktionen aus Brandenburg

Auch die Landesvorsitzende der Frauen-Union Brandenburg, Kristy Augustin, zollte Spahn Respekt. „Wir haben ihm und seinem Wirken in der Bundestagsfraktion gerade in den letzten Wochen viel zu verdanken“, sagte sie. „Dass er zum Wohle der Partei die Konsequenzen zieht, ist ihm anzuerkennen.“ Sie betonte jedoch: „Die Position der Leihmutterschaft bleibt für uns bestehen.“ Augustin, die auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist, hatte sich zuvor eine klarere Positionierung Spahns in der Debatte gewünscht.

CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann hatte sich vor dem Rücktritt bei Instagram hinter Spahn gestellt und erklärt: „Ob man ihn mag oder nicht: Fürs Funktionieren dieser Koalition ist er unverzichtbar.“

Kritik kam hingegen von der Landesvorsitzenden der Jungen Union (JU), Laura Strohschneider. „Wenn Spahn selbst auch ein Befürworter gewesen wäre, hätte ich entsprechend sein Vorgehen auch als legitim empfunden“, sagte sie vor dem Rücktritt. „Von jemandem in einem derart hohen Amt erwarte ich allerdings schon, dass seine privaten Entscheidungen mit den von ihm öffentlich vertretenen Positionen einhergehen.“

Redmanns Offenheit zu Privatem

Redmann selbst hatte in der Vergangenheit Details aus seinem Privatleben öffentlich gemacht. Er geht offen mit seiner Homosexualität um: 2023 schrieb er bei Facebook, er sei seit 18 Jahren mit seinem Mann zusammen. Im März berichtete er, Vater einer 20 Monate alten Tochter zu sein.

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