CDU-Stadtverband Brilon fordert Rücktritt von Jens Spahn
Briloner CDU fordert Spahn-Rücktritt wegen Leihmutterschaft

Brilon – Der CDU-Stadtverband Brilon, gelegen im Hochsauerlandkreis und Heimatwahlkreis von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat in einem offenen Brief den Rücktritt von Unions-Fraktionschef Jens Spahn gefordert. Auslöser ist Spahns Entscheidung, gemeinsam mit seinem Ehemann in den USA ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen – ein Vorgehen, das in Deutschland verboten ist.

Kritik an mangelnder Glaubwürdigkeit

Der CDU-Stadtverband betont ausdrücklich, es gehe „nicht um die persönliche Lebensführung oder die sexuelle Orientierung eines Menschen“. Im Mittelpunkt stehe vielmehr die politische Glaubwürdigkeit Spahns. Der CDU-Politiker hatte sich früher klar gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland positioniert. In dem Schreiben aus Brilon heißt es, Spahns Entscheidung für eine Leihmutterschaft in den USA stehe „in einem offensichtlichen Spannungsverhältnis zu den Grundüberzeugungen, für die die CDU seit Jahrzehnten eintritt“.

Offener Brief von Merz-Vertrauten

Unterzeichnet ist der offene Brief von Niklas Frigger, dem Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Brilon. Frigger ist auch Erster Vize-Bürgermeister der Stadt und arbeitet eng mit Merz zusammen. Bei lokalen Anlässen und Terminen in der Kanzler-Heimat vertritt er ihn gelegentlich. Die Nähe zu Merz verleiht der Forderung zusätzliches Gewicht.

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„Fatales Signal“ an die Basis

In dem Brief heißt es weiter, die CDU habe sich in ihren Grundsatzprogrammen wiederholt gegen eine Kommerzialisierung des menschlichen Lebens ausgesprochen. Wer als einer der höchsten Repräsentanten der Partei bewusst Möglichkeiten im Ausland nutze, „die den Wertentscheidungen des deutschen Rechts widersprechen, sendet ein fatales Signal“. Von Führungspersönlichkeiten dürfe erwartet werden, „dass sie die Grundsätze vertreten, die sie öffentlich einfordern und auf deren Grundlage sie politische Verantwortung übernehmen“.

Nach Angaben des CDU-Stadtverbands Brilon sorgt der Fall an der Parteibasis für großen Unmut. „Viele Mitglieder empfinden das Verhalten von Jens Spahn als schweren Schaden für die Glaubwürdigkeit der CDU und ihrer Mandatsträger auf allen Ebenen“, heißt es in dem Brief. Gerade Kommunalpolitiker müssten die Positionen der Partei täglich gegenüber den Bürgern vertreten. Wenn führende Repräsentanten selbst Zweifel an den programmatischen Aussagen aufkommen ließen, erschwere das die Arbeit vor Ort erheblich.

Rücktrittsforderung und beschädigtes Vertrauen

Die Forderung aus Brilon ist eindeutig: Spahn müsse „die politischen Konsequenzen“ ziehen und zurücktreten. Das notwendige Vertrauen in ihn sei „nachhaltig beschädigt“. Der offene Brief stellt damit eine seltene öffentliche Kritik aus der eigenen Partei dar, insbesondere aus dem unmittelbaren Umfeld des Kanzlers.

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