Berliner CDU-Kreischefs beraten über neuen Spitzenkandidaten nach Wegner-Rückzug
CDU-Kreischefs beraten über neuen Spitzenkandidaten

Nach dem überraschenden Rückzug von Berlins Regierungschef Kai Wegner von der CDU-Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl im September haben die Kreisvorsitzenden der Partei in der Hauptstadt zu einer Krisensitzung zusammengefunden. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Parteikreisen erfuhr, zeichnet sich dabei eine klare Präferenz ab: Finanzsenator Stefan Evers soll als neuer Spitzenkandidat vorgeschlagen werden. Die endgültige Entscheidung obliegt jedoch dem CDU-Landesvorstand.

Parteibasis zeigt klare Unterstützung für Evers

Der CDU-Kreisvorsitzende aus Steglitz-Zehlendorf, Stephan Standfuß, lobte Wegners Entscheidung als Chance für einen Neuanfang. „Ich hoffe, dass die Themen jetzt wieder im Vordergrund stehen werden“, sagte er der dpa. Zur Frage der Spitzenkandidatur betonte Standfuß: „Es gibt mehrere, die geeignet sind in der Partei.“ Gleichzeitig machte er seine Position deutlich: „Die CDU in Steglitz-Zehlendorf wird sich für Stefan Evers aussprechen. Er ist wirklich einer, der die Probleme anpackt.“

Ähnlich äußerte sich der CDU-Kreisvorsitzende in Lichtenberg, Martin Pätzold: „Ich kenne Stefan Evers sehr lange aus dem Abgeordnetenhaus und schätze ihn sehr.“ Er räumte jedoch ein, dass die Beratungen länger dauern könnten: „Wir haben eine große Verantwortung, dass wir gute Entscheidungen treffen.“

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Wegners Rückzug und die Folgen

Am Nachmittag hatte Wegner auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur bekanntgegeben. Der 53-Jährige zog damit Konsequenzen aus einer monatelangen Debatte um falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement nach einem großen Stromausfall im Januar, der mit einem Tennismatch in Verbindung stand. Die Kontroverse hatte den CDU-Wahlkampf zunehmend belastet und für erhebliche Unruhe in der Partei gesorgt, die schließlich in Rückzugsforderungen aus den eigenen Reihen mündete.

Trotz des Rückzugs will Wegner bis zur Wahl am 20. September und der anschließenden Bildung eines neuen Senats im Amt des Regierenden Bürgermeisters bleiben. Auch als Parteichef dürfte er früher oder später abgelöst werden. Die Kreisvorsitzenden stehen nun vor der Aufgabe, einen Kandidaten zu finden, der die zerstrittene Partei einen und im Wahlkampf überzeugend führen kann.

Ausblick und Bedeutung für die Berliner CDU

Die Entscheidung über den neuen Spitzenkandidaten ist von großer Tragweite für die Berliner CDU, die nach Wegners Rückzug vor einer ungewissen Zukunft steht. Mit Stefan Evers als möglichem Spitzenkandidaten setzt die Partei auf einen erfahrenen Finanzpolitiker, der innerhalb der Partei als kompetent und lösungsorientiert gilt. Die endgültige Nominierung durch den Landesvorstand wird in den kommenden Tagen erwartet.

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