Spahns Vaterschaft per Leihmutter: Widerspruch zur CDU-Parteilinie
Spahns Vaterschaft per Leihmutter: Widerspruch zur CDU-Linie

Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke sind Eltern geworden – das Kind wurde in den USA von einer Leihmutter ausgetragen. Diese Methode ist in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz von 1991 und das Adoptionsvermittlungsgesetz strikt verboten. Dennoch bleibt das Paar straffrei, da das Gesetz nur Ärzte und Vermittler bestraft. Der Bundesgerichtshof entschied zudem 2014, dass im Ausland geborene Kinder von Leihmüttern in Deutschland anerkannt werden können.

Spahn handelt legal, aber gegen die Parteilinie

Spahn und sein Mann umgehen kein Gesetz, sie nutzen eine legale Lücke. Allerdings widerspricht ihr Handeln der offiziellen Position der CDU. Erst Anfang des Jahres bekräftigte der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart das Verbot der Leihmutterschaft, „auch in altruistischen Modellen“, um Missbrauch und Ausbeutung zu verhindern. Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) betonte Ende April: „Leihmutterschaft widerspricht den Prinzipien der CDU, da sie den Embryo und die Schwangerschaft instrumentalisiert.“

Partei zeigt sich zurückhaltend

Auf Nachfrage reagierte die CDU-Spitze zurückhaltend. Eine Sprecherin verwies auf den klaren Parteitagsbeschluss. Auch die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anne König, sagte: „Private Entscheidungen möchte ich nicht kommentieren.“ Das Bundesfamilienministerium unter Karin Prien (CDU) erklärte: „Die Rechtslage zur Leihmutterschaft ist in Deutschland klar geregelt.“ Selbst die Frauenunion, die 2025 noch „Lifestyle-Tendenzen in den USA“ kritisiert hatte, sieht keinen Änderungsbedarf.

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Kritik aus den eigenen Reihen

Innerhalb der Partei gibt es jedoch Kritik. Die Jugendorganisation des CDU-Sozialflügels, JCDA, schrieb auf Instagram: „Wenn die CDU und CSU Leihmutterschaften aus ethischen Gründen ablehnen, dann sollte dieser Maßstab auch für ihre führenden Repräsentanten gelten.“ Es gehe nicht um die Bewertung der Familie, sondern um Glaubwürdigkeit. Spahn selbst hatte sich 2020 als Gesundheitsminister indirekt gegen Leihmutterschaft ausgesprochen: Das BMG warnte damals vor negativen Auswirkungen auf die Identitätsfindung des Kindes.

Politische Sprengkraft für die Union

Der Fall Spahn bringt die Union in eine Zwickmühle. Einerseits beharrt die Partei auf ihrem konservativen Kurs, andererseits zeigt ein prominentes Mitglied, dass die Regeln nicht für alle gleichermaßen zu gelten scheinen. Die Debatte um die Legalisierung von Leihmutterschaften in Deutschland dürfte durch diesen Fall neuen Auftrieb erhalten – auch wenn die CDU-Führung betont, keine Änderung anzustreben.

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