Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat am Nachmittag bei einer Pressekonferenz klargestellt, dass er trotz seines Rückzugs als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im Amt bleiben wird. „Ich bin als Regierender Bürgermeister gewählt“, betonte der CDU-Politiker. Seine Amtszeit ende erst mit der Bildung einer neuen Regierungskoalition und der Wahl eines neuen Regierungschefs. Gleichzeitig schloss Wegner aus, Senator in einer künftigen Landesregierung zu werden.
Rückzug als Spitzenkandidat, aber kein Rücktritt
Wegner erklärte, dass er die Konsequenzen aus der politischen Lage ziehe, aber weiterhin die Verantwortung für die Stadt tragen wolle. „Ich bin gewählt, um Berlin zu regieren, und das werde ich bis zur letzten Minute tun“, sagte er. Der Rückzug als Spitzenkandidat bedeutet nicht, dass er sein Amt als Bürgermeister aufgibt. Er werde die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl eines Regierungschefs fortsetzen.
Keine konkreten Angaben zu Nachfolgern
Auf die Frage nach möglichen Nachfolgern für die Spitzenkandidatur äußerte sich Wegner zurückhaltend. „Die Berliner CDU hat viele kluge Köpfe“, sagte er. Konkret angesprochen auf Finanzsenator Stefan Evers, der in Medien als möglicher Kandidat genannt wurde, antwortete Wegner: „Sie wissen, dass ich mit Stefan Evers seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeite.“ Er betonte jedoch, dass die Entscheidung nicht bei ihm liege. Zunächst werde am Abend die Runde der Kreisvorsitzenden beraten, und dann müsse der Landesvorstand eine Entscheidung treffen.
Auswirkungen auf die Berliner Politik
Wegners Schritt hat in der Berliner Politik für Aufsehen gesorgt. Analysten sehen darin ein Zeichen für interne Spannungen in der CDU. Wegner selbst betonte, dass er weiterhin eine stabile Regierung für Berlin anstrebe. „Ich werde mich nicht aus der Verantwortung stehlen“, sagte er. Die Opposition forderte hingegen einen vollständigen Rücktritt. Die SPD, Koalitionspartner der CDU, zeigte sich überrascht, betonte aber, dass die Zusammenarbeit auf Arbeitsebene fortgesetzt werde.
Die genauen Gründe für Wegners Rückzug als Spitzenkandidat blieben zunächst unklar. In der Pressekonferenz verwies er lediglich auf die Notwendigkeit, „neue Wege zu gehen“. Insider berichten von wachsendem Druck aus den eigenen Reihen wegen schwacher Umfragewerte. Die nächste Abgeordnetenhauswahl findet turnusgemäß 2026 statt, könnte aber vorgezogen werden, falls die Koalition zerbrechen sollte.



