In einer Kolumne für den SPIEGEL wirft Nikolaus Blome der politischen Linken vor, Flüchtlinge für ihre Zwecke zu missbrauchen. Er vergleicht dies mit der Instrumentalisierung durch rechte Kräfte: Während Rechtsaußen den Nationalstaat durch angebliche Überfremdung gefährdet sehe, nutze die Linke den Sozialstaat als Mobilisierungsmythos, der angeblich an wachsender Armut scheitere. Ohne die Flüchtlinge in den Statistiken – vor allem Syrer und Ukrainer – würde diese Argumentation zusammenbrechen.
Flüchtlinge verzerren Armutsstatistiken
Blome bezieht sich auf eine DIW-Studie, wonach ein Großteil der Geflüchteten armutsgefährdet sei. Er kritisiert, dass dies keine Überraschung sei, da Asylsuchende und Kriegsflüchtlinge naturgemäß mittellos kämen. Ende 2025 stellten ukrainische und syrische Flüchtlinge rund 1,1 Millionen der insgesamt knapp 5,2 Millionen Bürgergeld-Bezieher. Besonders syrische Flüchtlinge bräuchten viele Jahre, um in reguläre Arbeit zu kommen, und lägen selbst in Vollzeit oft knapp über der Niedriglohnschwelle.
Alters- und Kinderarmut verzerrt
Etwa 110.000 ukrainische Flüchtlinge bezogen Ende 2025 Grundsicherung im Alter, was die Altersarmutsstatistik leicht ansteigen ließ. Linke, BSW und DIW-Chef Marcel Fratzscher nutzten dies für Warnungen vor grassierender Altersarmut. Bei der Kinderarmut gehen mindestens 300.000 junge Syrer und Ukrainer in die Statistik ein, weil sie in Bürgergeld-Haushalten leben. Als Christian Lindner auf diese Zusammenhänge hinwies, wurde ihm Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen.
Politischer Pauperisierungs-Porno
Blome spricht von einem „himmelweiten Unterschied“ zwischen langjährig Beschäftigten, die in Armut fallen, und mittellosen Flüchtlingen, die per Definition armutsgefährdet sind. Er nennt dies „politischen Pauperisierungs-Porno“: Armut werde größer geredet, um den Sozialstaat weiter aufzupolstern. Die AfD profitiere von dieser Debatte, obwohl sie sich schämen müsste, denn Syrer und Ukrainer seien Putin-Flüchtlinge. Die AfD mache Stimmung gegen Flüchtlinge, sei aber Putin hörig.



