München erwartet Rekord-Demos rund um die Sicherheitskonferenz
Am kommenden Wochenende verwandelt sich Bayerns Landeshauptstadt München erneut in ein Zentrum der internationalen Politik. Doch dieses Mal werden nicht nur Spitzenpolitiker aus aller Welt den Alltag auf den Kopf stellen. Laut einer Übersicht des Münchner Kreisverwaltungsreferats sind für die Tage um die Münchner Sicherheitskonferenz bereits 21 Demonstrationen angemeldet, mit insgesamt erwarteten 120.000 Teilnehmern. Dies markiert einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den verhaltenen Zuläufen in vergangenen Jahren.
Großkundgebung auf der Theresienwiese als Höhepunkt
Die mit Abstand größte Demonstration wird am Samstag auf der Theresienwiese stattfinden. Der Verein The Munich Circle hat eine Kundgebung unter dem Titel "Menschenrechte und Freiheit im Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk" angemeldet, für die 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Ob diese Zahl realistisch ist und welche Auflagen die Veranstalter beachten müssen, bleibt abzuwarten. Die Veranstaltung ist von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr geplant und richtet sich gegen die iranische Führung.
Viele weitere Proteste in der Innenstadt
Neben der Großkundgebung sind zahlreiche andere Demonstrationen in der Münchner Innenstadt geplant. Am Samstag ab 12.30 Uhr wird zwischen Marienplatz und Stachus eine Demo gegen die Sicherheitskonferenz mit 4.000 erwarteten Teilnehmern stattfinden. Am Odeonsplatz und auf dem Max-Joseph-Platz vor der Oper sind jeweils Kundgebungen mit 3.000 Teilnehmern angemeldet, die sich gegen Krieg und für Friedenspolitik sowie für freie Impfentscheidungen einsetzen. Weitere Proteste thematisieren Unterdrückung im Südjemen und Rechtsextremismus in Deutschland. Auffällig ist, dass bisher keine Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine angemeldet wurde.
Hohe Belastung für die Polizei
Die Vielzahl der angemeldeten Demonstrationen bedeutet erhebliche Beeinträchtigungen für das Stadtleben. Während das Tagungshotel Bayerischer Hof nahe dem Marienplatz ohnehin eine Hochsicherheitszone mit Straßensperren und Polizeikontrollen ist, könnten einige Demos den normalen Verkehr zeitweise zum Erliegen bringen. Für die Polizei steigt das ohnehin hohe Arbeitspensum zur Sicherheitskonferenz damit weiter an. Da noch weitere Demonstrationen angemeldet werden können und einige Veranstaltungen keine Teilnehmerzahlen gemeldet haben, dürften die Zahlen und Themen noch wachsen.
Internationale Gäste bei der Sicherheitskonferenz
Die Münchner Sicherheitskonferenz, die vom 13. bis 15. Februar stattfindet, gilt als weltweit wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Nach Angaben der Konferenzleitung haben bereits 65 Staats- und Regierungschefs zugesagt, darunter Außen- und Verteidigungsminister. Zu den prominentesten Gästen zählen US-Außenminister Marco Rubio und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Erstmals wird auch Friedrich Merz (CDU) als Kanzler an der Konferenz teilnehmen.



