„Er hat nach Liebe gesucht“: Mutter von Fabians Schulfreund sagt aus
„Er hat nach Liebe gesucht“: Zeugin im Mordfall Fabian

Am Landgericht Rostock ist am Mittwoch der Mordprozess gegen die 30-jährige Gina H. fortgesetzt worden. Die Angeklagte soll den achtjährigen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 getötet haben. Neue Zeugenaussagen zeichnen das Bild eines einsamen Jungen, der nach Zuneigung suchte.

Messerfund könnte Tatwaffe sein

Richter Holger Schütt teilte mit, dass die Polizei in Güstrow doch noch ein Messer gefunden habe, das bereits im Dezember 2025 entdeckt und vom Vater gemeldet worden war. Damals habe die Polizei eine Untersuchung abgelehnt, kritisierte der 35-jährige Vater. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich um die Tatwaffe handelt. Der Finder soll als Zeuge gehört werden. Richter Schütt kündigte zehn weitere Verhandlungstermine an, sodass der Prozess voraussichtlich bis August dauern wird.

Zeugin: „Fabian war immer hungrig“

Die Mutter des besten Schulfreundes von Fabian berichtete, dass der Junge sich zu Hause sehr allein gefühlt habe. „Der Junge hat bei uns nach Liebe gesucht“, sagte sie. Sie habe manchmal drängen müssen, dass Fabian überhaupt nach Hause geht. Der Achtjährige sei oft spätabends allein gewesen, während seine alleinerziehende Mutter im Garten mit Freunden gesessen und Alkohol getrunken haben soll. „Fabi war immer hungrig“, so die Zeugin.

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Vom Vater, der seit 2018 getrennt von der Mutter lebte, sei Fabian ab Sommer 2025 wieder begeistert gewesen. Auf dem Dorf habe er ein Baumhaus gebaut und sich auf das Wochenende nach dem 10. Oktober gefreut – dem Tag seiner Ermordung.

Lehrerin: „Er war sehr oft allein in der Stadt unterwegs“

Die Klassenlehrerin von Fabian berichtete, dass der Junge zu Beginn der 3. Klasse stolz erzählte, wieder Kontakt zu seinem Vater zu haben. „Er war aber sehr oft allein in der Stadt unterwegs“, sagte die 29-Jährige. Fabian habe keinen Hortplatz mehr gehabt. In der Schule hatte er Schwierigkeiten in Lesen und Schreiben, mochte aber Mathe. Von der Angeklagten habe er nie gesprochen.

Ermittlungen gegen den Vater

Oberstaatsanwalt Harald Nowack gab bekannt, dass gegen den Vater wegen Verdachts der Falschaussage ermittelt wird. Man hege den Verdacht, dass er in einigen Dingen nicht die Wahrheit gesagt habe. Richter Schütt ermahnte alle Beteiligten, keine Beweismittel an Fremde weiterzugeben, da Informationen bereits an Bekannte der Mutter gelangt sein sollen.

Hintergründe der Tat

Die Staatsanwaltschaft wirft der Ex-Freundin des Vaters vor, Fabian am 10. Oktober von der Wohnung der Mutter abgeholt und später an einem Feld bei Klein Upahl mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Die Leiche wurde am 14. Oktober an einem Wasserloch gefunden. Laut Anklage soll der Junge der wechselhaften Beziehung der Angeklagten mit dem Vater im Wege gestanden haben, was die Verteidigung bezweifelt. Aus Chatnachrichten geht hervor, dass die Angeklagte im August 2025 zweimal versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen, nachdem der Vater sie verlassen hatte, um mehr „Freiraum zu haben“.

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