Ghislaine Maxwell schweigt zu Epstein-Fragen vor US-Kongress
Die wichtigste Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, hat in einer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus konsequent jede Aussage verweigert. Die Vernehmung erfolgte per Video aus dem Gefängnis, in dem Maxwell eine 20-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels von Minderjährigen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung absitzt.
Wiederholte Berufung auf Schweigerecht
Während der Anhörung wurde Maxwell mehrfach direkte Fragen zu ihrer Rolle in den Aktivitäten Epsteins gestellt. Auf jede Frage antwortete sie einheitlich mit den Worten: "Ich berufe mich auf mein Recht auf Schweigen gemäß dem fünften Verfassungszusatz." Dieser Verfassungszusatz sieht vor, dass niemand in einem Strafverfahren zur Aussage gegen sich selbst gezwungen werden darf.
Zu den konkreten Fragen, die Maxwell unbeantwortet ließ, gehörten:
- Ob sie jemals eine Rolle bei der Anwerbung, Vorbereitung oder dem Handel mit jungen Frauen oder Mädchen für Epstein gespielt hat
- Ob sie jemals eine junge Frau oder ein junges Mädchen dazu gezwungen oder aufgefordert hat, Epstein oder anderen Personen sexuelle Gefälligkeiten zu erweisen
- Ob sie jemals den sexuellen Missbrauch einer minderjährigen oder erwachsenen Frau durch Epstein begünstigt hat
Hintergrund der Verurteilung und aktuelle Entwicklungen
Ghislaine Maxwell wurde im Jahr 2022 wegen ihrer Beteiligung an Epsteins Verbrechen verurteilt. Ohne ihre Mitwirkung wären Epsteins Taten in diesem Ausmaß nach Einschätzung von Beobachtern wohl nicht möglich gewesen. Die neu veröffentlichten Dokumente der sogenannten Epstein-Files werfen weitere Fragen auf, insbesondere nach möglichen Mittätern in dem weitverzweigten Netzwerk.
Statt Antworten zu liefern, stellte Maxwells Anwalt in Aussicht, dass seine Mandantin zu einer öffentlichen Aussage bereit wäre, sollte sie eine Begnadigung erhalten. Diese Andeutung sorgt für zusätzliche Diskussionen über den Umgang mit den noch ungeklärten Aspekten des Epstein-Falls.
Die Verweigerungshaltung Maxwells vor dem Kongress unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten bei der vollständigen Aufklärung der Epstein-Affäre. Trotz der umfangreichen Dokumentenlage bleiben zentrale Fragen unbeantwortet, was die Suche nach Gerechtigkeit für die Opfer weiterhin erschwert.



