Niederlage für Elon Musk (54) in seinem Rechtsstreit gegen OpenAI! Eine Jury hat am Montag entschieden, dass der Tesla-Chef zu lange gewartet hat, um seinen ehemaligen Partner Sam Altman (41) zu verklagen. Das Gericht in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien kam zu dem Schluss, dass seine Klage wegen Verjährung nicht mehr zulässig ist. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers akzeptierte das Urteil der Jury und wies Musks Klage ab.
150 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert
Musk hatte 150 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert und wollte erreichen, dass Altman bei OpenAI rausfliegt. Der mit rund 800 Milliarden Dollar reichste Mensch der Welt sah sich von Altman übers Ohr gehauen.
Der Streit zwischen zwei Tech-Titanen
Im Kern ging es um die Frage, ob das inzwischen milliardenschwere Unternehmen Geld verdienen darf oder – wie von den Ex-Geschäftspartnern möglicherweise mal vereinbart – gemeinnützig sein soll. Musk gehörte zu den Mitgründern und frühen Geldgebern von OpenAI und investierte in den Anfangsjahren 38 Millionen US-Dollar. Im Februar 2024 verklagte er CEO Sam Altman, Unternehmenspräsident Greg Brockman sowie OpenAI selbst. Er warf ihnen vor, sie hätten „eine gemeinnützige Organisation gestohlen“, als sie die Unternehmensstruktur änderten und einen gewinnorientierten Geschäftsbereich einführten.
Auch Microsoft wurde als Mitbeklagter genannt. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, die angeblichen Verstöße durch seine Investitionen in OpenAI zu unterstützen. Musk hatte 2015 gemeinsam mit Altman OpenAI gegründet, den Mutterkonzern von ChatGPT.
Musks Vorwürfe
Nach Musks Darstellung waren sein Name, seine Zeit – und über die Jahre rund 38 Millionen Dollar – entscheidend dafür, die gemeinnützige Organisation tragfähig zu machen. Altman und OpenAI-Präsident Greg Brockman wurden, so Musks Vorwurf, gierig. Die beiden hätten ihn umgangen, um eine gewinnorientierte Sparte aufzubauen, die eine Partnerschaft mit Microsoft einging. Dieser Verrat habe ein „gewinnorientiertes, den Markt lähmendes Ungeheuer“ geschaffen. Auf X nannte Musk Altman einen „Betrüger“.
Altmans Verteidigung
Die Geschichte, die Altman und OpenAI erzählten, ist eine ganz andere. Nach ihrer Darstellung ist Musks Klage der Versuch, OpenAI auszubremsen, während sein eigenes Unternehmen xAI weit zurückliegt. Sie sagten, Musk habe zugestimmt, dass OpenAI eine gewinnorientierte Sparte brauche. Als sie ihm die geforderte Kontrolle verweigerten, verließ er 2018 den Verwaltungsrat. 2023 gründete Musk sein eigenes KI-Unternehmen xAI. Laut Altman war das eigentliche Ziel der Klage, einen Konkurrenten im zukunftsträchtigen KI-Geschäft auszustechen.
Das Urteil
Der Prozess begann am 27. April in Oakland und warf Licht auf den bitteren Streit zwischen den beiden Silicon-Valley-Titanen. OpenAI ist heute ein Unternehmen mit einem Wert von 852 Milliarden Dollar und bewegt sich auf einen der größten Börsengänge der Geschichte zu. Die Jury entschied nun gegen Musk – seine Klage kam zu spät.



