Prozess gegen Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit: Høiby wehrt sich gegen neue Vorwürfe
Im laufenden Vergewaltigungsprozess hat sich Marius Borg Høiby, der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, entschieden gegen neue Anschuldigungen zur Wehr gesetzt. Der 29-Jährige soll gegen ein bestehendes Kontaktverbot verstoßen und mit einem Messer gedroht haben. Diese Vorwürfe führten kurz vor Prozessbeginn Anfang Februar zu seiner erneuten Festnahme, weshalb er nun für vier Wochen in Untersuchungshaft sitzt.
Anwalt plädiert auf nicht schuldig
Sein Verteidiger Petar Sekulic teilte der Nachrichtenagentur NTB mit, dass sein Mandant die Unschuld beteuere. „Mein Mandant plädiert auf nicht schuldig“, schrieb Sekulic. Allerdings werde Høiby gegen die Untersuchungshaft keine Berufung einlegen, da er sich vollständig auf den aktuellen Prozess konzentrieren müsse. Diese Entscheidung unterstreicht die Schwere der Anklage, mit der der Sohn der Kronprinzessin konfrontiert ist.
38 Anklagepunkte und vier Vergewaltigungsvorwürfe
Marius Borg Høiby steht in insgesamt 38 Punkten unter Anklage, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht. In drei dieser Fälle soll er Frauen im Genitalbereich sexuell berührt haben, während es in einem weiteren Fall zum Geschlechtsverkehr gekommen sein soll. Der schwerste Vorwurf, um den es in der zweiten Verhandlungswoche geht, betrifft eine angebliche Vergewaltigung in der norwegischen Region Lofoten, bei der das mutmaßliche Opfer nicht in der Lage gewesen sein soll, sich zu wehren.
Ursprünglich war geplant, dass die betroffene Frau bereits am Dienstag vor Gericht aussagt. Während Høiby einige der ihm vorgeworfenen Straftaten eingeräumt hat, bestreitet er die Vergewaltigungsvorwürfe entschieden. Der Prozess zieht nicht nur aufgrund der prominenten Familie des Angeklagten große Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch wegen der gravierenden Anschuldigungen.
Reaktionen aus dem Königshaus
König Harald V. von Norwegen äußerte sich im Vorfeld des Prozesses und betonte seine Hoffnung, dass das Verfahren für alle Beteiligten einen Abschluss bringen möge. Er und Königin Sonja zeigten Mitgefühl mit allen Betroffenen. Diese Stellungnahme unterstreicht die emotionale Belastung, die der Fall für die königliche Familie bedeutet, während gleichzeitig die rechtlichen Konsequenzen für Høiby im Fokus stehen.
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby entwickelt sich zu einem der aufsehenerregendsten Gerichtsverfahren in Norwegen in jüngster Zeit, nicht zuletzt wegen der Verbindung zum Königshaus und der schwerwiegenden Anklagepunkte. Die weitere Entwicklung wird mit Spannung erwartet, insbesondere die Aussagen der Zeugen und die Beweisführung der Anklage.



