Landratswahl im Saalekreis 2026: Erstes Aufeinandertreffen der Kandidaten
Am 7. Juni 2026 werden die Bürger des Saalekreises darüber entscheiden, wer das Landratsamt im Merseburger Schloss übernimmt. In dieser Woche trafen die drei bisher feststehenden Bewerber von CDU, AfD und Linke erstmals in Bad Dürrenberg aufeinander. Das erste Triell fand im Ratssaal statt und bot den Zuschauern einen ersten Eindruck von den Persönlichkeiten, die sich um den Chefposten bewerben.
Drei unterschiedliche Lebenswege, ein gemeinsames Ziel
Das Kandidatenfeld präsentiert sich mit drei sehr unterschiedlichen Biografien. Kerstin Eisenreich von den Linken arbeitet als Dolmetscherin und ist seit fast zehn Jahren Landtagsabgeordnete. Sie wurde durch Proteste gegen Hochschulkürzungen politisiert und betont: „Mein Herz schlug schon immer links.“ Der CDU-Kandidat Sven Czekalla ist Volkswirt, Ratsvorsitzender in Braunsbedra und ebenfalls Landtagsabgeordneter. Sein Weg in die Politik führte über die Feuerwehr und die christliche Prägung seiner Jugend. Uwe Arendt von der AfD bezeichnet sich selbst als „politischen Spätzünder“. Der Polizist und DJ kam erst 2019 zur AfD und sitzt seit 2024 im Merseburger Stadtrat und Kreistag.
„Was sind Sie für Menschen?“ – Der Fokus des ersten Triells
Moderator Klaus Treuter vom „Merseburg Report“ legte den Schwerpunkt der Veranstaltung bewusst auf die persönlichen Eigenschaften der Kandidaten. „Schließlich sitzt sieben Jahre ein Mensch mit Stärken und Schwächen im Schloss“, begründete er seinen Ansatz. Die inhaltliche Debatte soll den folgenden Wahlforen vorbehalten bleiben. Alle drei Bewerber zeigten sich überzeugt, die Führung der Kreisverwaltung mit ihren rund 1.000 Mitarbeitern übernehmen zu können.
- Arendt verwies auf seine Erfahrung bei der Polizei, der größten Behörde des Landes.
- Czekalla betonte seine kommunalpolitische Praxis und frühere Tätigkeit in der Merseburger Stadtverwaltung.
- Eisenreich sah ihre Dolmetschertätigkeit als Vorteil: „Da muss man ja auch immer zwischen zwei Seiten vermitteln.“
Motivation und politische Visionen
Während Czekalla und Eisenreich ihre über Jahre geknüpften Netzwerke für den Saalekreis einsetzen wollen, begründete Arendt seine Kandidatur mit dem Wunsch nach mehr Einbeziehung seiner Partei. „Das Problem ist, dass einige Politik, die im Kreis gemacht wird, nicht dem entspricht, was die AfD will“, erklärte er. Er wolle verhindern, dass Ideen allein wegen ihrer Herkunft von der AfD abgewiegelt werden. Die Frist für weitere Bewerber läuft noch bis zum 31. März, doch bisher bleibt das Feld auf diese drei Kandidaten beschränkt.
Nächste Gelegenheiten für die Wähler
Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) lädt zu zwei weiteren Wahlforen ein, bei denen die inhaltlichen Debatten im Vordergrund stehen werden:
- Am 9. April um 18.30 Uhr im Merseburger Ständehaus werden Themen wie Schulneubau, die Entwicklung am Geiseltalsee und die Unterstützung der Chemieindustrie diskutiert.
- Am 7. Mai um 18.30 Uhr in der Keramikscheune Spickendorf findet ein weiteres Forum in Kooperation mit dem Saalekreis statt.
Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sollte am 7. Juni keine absolute Mehrheit erreicht werden, kommt es am 28. Juni zu einer Stichwahl.



