Transparency International: USA unter Trump auf historischem Korruptions-Tiefpunkt
USA unter Trump auf historischem Korruptions-Tiefpunkt

USA erreichen historischen Tiefpunkt im Korruptionsranking

Das dürfte dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump (79) ganz und gar nicht gefallen: Im aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International sind die Vereinigten Staaten auf einen historischen Tiefpunkt abgerutscht. Im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Trump landet das Land nur noch auf Platz 29 von insgesamt 182 bewerteten Staaten. So weit unten waren die USA seit Beginn der Erhebungen noch nie platziert.

Kritik an Einschränkung unabhängiger Stimmen

Die Anti-Korruptions-Organisation mit Sitz in Berlin übt deutliche Kritik an den Entwicklungen in den USA. Öffentliche Stellen würden demnach versuchen, unabhängige Stimmen wie Journalisten und Nichtregierungsorganisationen systematisch einzuschränken. Zudem würden Entscheidungen der Staatsanwaltschaft politisch beeinflusst und die Unabhängigkeit der Justiz untergraben. „Das ist ein gefährliches Signal dafür, dass korrupte Praktiken akzeptabel sind“, heißt es im aktuellen Bericht von Transparency International.

Besonders kritisch bewertet die Organisation, dass Präsident Trump ein wichtiges Gesetz außer Kraft gesetzt hat. Dieses Gesetz verbot bisher Personen und Unternehmen in den USA, ausländische Regierungsvertreter mit Geld oder Geschenken zu bestechen. Die USA erhielten im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 nur noch 64 von 100 möglichen Punkten - ein Punkt weniger als im Vorjahr.

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Deutschland verbessert sich auf Platz zehn

Während die USA abrutschen, kann Deutschland im internationalen Vergleich zulegen. Die Bundesrepublik hat sich im CPI um fünf Plätze im Vergleich zum Vorjahr verbessert und landet nun auf dem zehnten Rang. Mit 77 von 100 möglichen Punkten erhielt Deutschland zwei Punkte mehr als noch 2024.

Allerdings relativiert Alexandra Herzog, die Vorsitzende von Transparency Deutschland, diesen scheinbaren Erfolg: „Dass Deutschland im Ranking aufgestiegen ist, liegt vor allem daran, dass andere Länder wie Australien, Irland und Uruguay sich verschlechtert haben.“ Im Zehn-Jahres-Vergleich habe Deutschland sogar vier Punkte verloren, was darauf hindeute, dass die Korruptionsbekämpfung in der Bundesrepublik zurückfalle.

Methodik und internationale Spitzenreiter

Der Korruptionswahrnehmungsindex wird seit 2012 erhoben und fasst 13 verschiedene Messwerte von zwölf unabhängigen Institutionen zusammen. Grundlage der Bewertung sind regelmäßige Befragungen von Experten und Führungskräften aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Skala reicht von 0 Punkten bei hoher wahrgenommener Korruption bis zu 100 Punkten bei keiner wahrgenommenen Korruption.

An der Spitze des aktuellen Rankings steht Dänemark mit 89 Punkten, gefolgt von Finnland und Singapur. Die Schlusslichter bilden der Südsudan und Somalia mit jeweils nur neun Punkten. Der Index dient als wichtiges Instrument, um weltweite Entwicklungen in der Korruptionsbekämpfung zu vergleichen und politischen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

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