Potsdam erinnert am Wochenende mit mehreren Veranstaltungen an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944. Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte an dem Tag ein Sprengstoffattentat auf Hitler verübt, doch der Diktator überlebte. Damit war der Umsturzversuch eines breiten Netzwerkes gescheitert.
Gedenkstunde am Turm des ehemaligen Reichsarchivs
Am Sonntag, 19. Juli, findet um 11 Uhr am Turm des ehemaligen Reichsarchivs auf dem Brauhausberg eine Gedenkstunde statt. In der vom CDU-Kreisverband organisierten Veranstaltung soll Friedrich von Rabenau, damaliger Chef der Heeresarchive und Teil des militärischen Widerstands, in den Fokus gerückt werden. Zur Veranstaltung werden Familienangehörige der Rabenaus erwartet.
Auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel soll an der Gedenkstunde teilnehmen. „Bei unserem Gedenken geht es nicht darum, die Beteiligten zu idealisieren“, wird sie in einer Mitteilung des Rathauses zitiert. „Viele von ihnen fanden erst spät zum Widerstand, einige hatten zuvor das NS-System unterstützt oder teilten antidemokratische und nationalkonservative Vorstellungen.“ Gerade diese Widersprüche machen die Erinnerung laut Aubel wertvoll: „Widerstand entsteht nicht immer aus moralischer Klarheit von Anfang an, sondern manchmal aus einem schmerzhaften Prozess des Erkennens, Zweifelns und Handelns. Das verdient unseren Respekt.“
Führung durch die Ausstellung „Potsdam und der 20. Juli 1944“
Direkt am Jahrestag, am Montag, 20. Juli, können Interessierte an einer Führung durch die Ausstellung „Potsdam und der 20. Juli 1944“ mit Volker Schobeß durch den Gedenk- und Ausstellungsort in der Henning-von-Tresckow-Straße 2–8 teilnehmen. Die Informationsausstellung erinnert an den Widerstand der Offiziere des 20. Juli 1944, deren Biografien verschiedene Anknüpfungspunkte zu Potsdam aufweisen. Um teilzunehmen, ist eine Anmeldung erforderlich unter museumsservice@rathaus.potsdam.de oder Tel.: (0331) 2896850. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr im Potsdam Museum zur Abholung der Tickets.
Vortrag über Frauen im NS-Widerstand
Anschließend soll die Historikerin Juliane Kucharzewski ab 17 Uhr im Frauenzentrum Am Alten Markt der Bedeutung von Frauen im NS-Widerstand nachgehen. Anhand von Clarita von Trott zu Solz, Rosemarie Reichwein und Ilse-Lotte von Hofacker soll gezeigt werden, wie die Ehefrauen der Attentäter zum Widerstand fanden, dabei ihr Leben riskierten und welchen Anteil sie am geplanten Umsturzversuch hatten. Mit der Journalistin Ruth Hoffmann soll zudem ein Bogen in die Gegenwart gespannt werden.



