Deutschland überholt China: Bundesrepublik ist viertgrößter Waffenexporteur weltweit
Deutschland überholt China als viertgrößter Waffenexporteur

Deutschland überholt China und wird viertgrößter Waffenexporteur

Das Friedensforschungsinstitut Sipri hat in einem aktuellen Bericht enthüllt, dass Deutschland seine Position als globaler Waffenexporteur in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestärkt hat. Die Bundesrepublik stieg im Zeitraum von 2021 bis 2025 vom fünften auf den vierten Platz der wichtigsten Exporteure schwerer Waffen auf und überholte dabei China. Dieser Aufstieg unterstreicht die wachsende Rolle Deutschlands im internationalen Rüstungshandel.

Steigerung der Exporte und regionale Verteilung

Deutschland erreichte im Fünfjahreszeitraum 2021 bis 2025 einen Anteil von 5,7 Prozent an den weltweiten Waffenexporten. Die deutschen Lieferungen schwerer Waffen nahmen im Vergleich zum vorherigen Zeitraum 2016 bis 2020 um 15 Prozent zu, während der globale Handel mit solchen Waffen im selben Zeitraum um 9,2 Prozent wuchs. Europa ist die wichtigste Abnehmerregion für deutsche Waffen, mit 41 Prozent der Lieferungen. Fast ein Viertel, genau 24 Prozent, der deutschen Exporte gingen als Militärhilfe an die Ukraine, was die Bedeutung des Konflikts für den deutschen Rüstungsmarkt hervorhebt.

Weitere bedeutende Abnehmerregionen sind der Nahe Osten mit 33 Prozent sowie Asien und Ozeanien mit 17 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Importe schwerer Waffen nach Deutschland drastisch an, um mehr als das Zehnfache im Vergleich zu 2016 bis 2020, was einer Steigerung von 914 Prozent entspricht. Sipri definiert schwere Waffen als Rüstungsgerät, das über Kleinwaffen und Munition hinausgeht, darunter Kampfflugzeuge, Kampfdrohnen, Militärhubschrauber, Kriegsschiffe, Panzer und Artilleriesysteme.

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Globale Trends und europäische Entwicklungen

Der Krieg in der Ukraine, Zweifel an der Bündnistreue der USA innerhalb der Nato und deutlich gestiegene Rüstungsausgaben vieler europäischer Staaten sind laut Sipri die Haupttreiber dieser Entwicklung. Europa gewinnt nicht nur als Importregion an Bedeutung, sondern auch als Exporteur: Die Ausfuhren der 27 EU-Staaten stiegen um 36 Prozent, während sich die Importe verdreifachten. Rund ein Drittel der weltweit gehandelten schweren Waffen geht inzwischen nach Europa.

Unter den europäischen Verbündeten Deutschlands verzeichneten Polen mit einer Steigerung von 4387 Prozent und Italien mit 157 Prozent besonders starke Zuwächse bei den Waffenexporten. Italien ist nun der weltweit sechstgrößte Waffenexporteur. Auf globaler Ebene bauten die USA ihre dominierende Stellung weiter aus: Ihr Anteil an den weltweiten Waffenexporten stieg von 36 auf 42 Prozent, und das Volumen ihrer Lieferungen wuchs um 27 Prozent.

Rückgang bei Russland und China

Russland bleibt zwar der weltweit drittgrößte Exporteur schwerer Waffen, doch seine Ausfuhren brachen zwischen 2021 und 2025 um 64 Prozent ein. China, das nun auf Platz fünf hinter Deutschland fällt, steigerte sein Ausfuhrvolumen um 11 Prozent. Gleichzeitig sanken die chinesischen Waffenimporte drastisch um 72 Prozent im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode, was laut Sipri auf einen starken Ausbau der eigenen Rüstungsproduktion zurückzuführen ist.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Sipri-Statistik nicht den finanziellen Wert von Waffenlieferungen erfasst, sondern deren Umfang anhand eines eigenen Indikators für militärisches Gerät misst. Diese Daten bieten einen umfassenden Einblick in die sich wandelnde Landschaft des globalen Rüstungshandels und die zunehmende Bedeutung Deutschlands und Europas in diesem Bereich.

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