Deutschland überholt China als viertgrößten Waffenexporteur der Welt
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat sich Deutschland zum viertgrößten Rüstungsexporteur weltweit entwickelt. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor, der eine deutliche Verschiebung in der internationalen Waffenhandelslandschaft dokumentiert. Die Bundesrepublik konnte dabei China überholen und positioniert sich nun hinter den USA, Frankreich und Russland.
Ukraine-Krieg als Haupttreiber für europäische Rüstungsimporte
Die globalen Waffenlieferungen stiegen zwischen den Perioden 2016 bis 2020 und 2021 bis 2025 um bemerkenswerte 9,2 Prozent. Besonders dramatisch fällt die Entwicklung in Europa aus, wo die Staaten ihre Waffenimporte in diesem Zeitraum verdreifachten. Fast ein Viertel der deutschen Waffenexporte flossen direkt in die Unterstützung der Ukraine, während weitere 17 Prozent in andere europäische Länder ausgeführt wurden.
Die russische Bedrohung veranlasst die europäischen Nationen, ihre Verteidigungsfähigkeiten massiv zu stärken. Gleichzeitig hat die Unsicherheit über die Verteidigungsbereitschaft der USA innerhalb der Nato die Nachfrage nach Waffen unter den europäischen Nato-Partnern zusätzlich in die Höhe getrieben.
USA dominieren weiterhin den globalen Waffenmarkt
Die Vereinigten Staaten bleiben mit Abstand der größte Waffenexporteur weltweit und standen im Zeitraum 2021 bis 2025 für 42 Prozent aller internationalen Waffenlieferungen. Bemerkenswert ist dabei eine geografische Verschiebung: Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten ging der größte Anteil der US-Waffenexporte nach Europa und nicht in den Nahen und Mittleren Osten.
Forscherin Katarina Djokic vom Sipri-Institut erklärt: "Obwohl europäische Unternehmen ihre Waffenproduktion hochgefahren haben und die neuen Investitionshilfen der EU für die Rüstungsindustrie der Mitgliedstaaten zu einer Reihe von Aufträgen innerhalb der EU geführt haben, haben die europäischen Staaten auch 2021–25 weiterhin US-Waffen importiert, insbesondere Kampfflugzeuge und Luftabwehrsysteme mit großer Reichweite."
Deutsche Rüstungsindustrie profitiert von gestiegener Nachfrage
Die gestiegene Nachfrage nach Verteidigungstechnologie kommt auch deutschen Rüstungsunternehmen zugute. Unternehmen wie Rheinmetall, Deutschlands größter Rüstungskonzern, haben ihre Produktion von Artilleriegranaten und anderen Waffensystemen deutlich ausgeweitet. Die europäischen Staaten investieren nicht nur in Importe, sondern auch in den Ausbau eigener Produktionskapazitäten.
Der Sipri-Bericht zeigt deutlich, wie der Krieg in der Ukraine die europäische Sicherheitsarchitektur grundlegend verändert hat. Was als unmittelbare Unterstützung für die Ukraine begann, hat sich zu einer umfassenden Aufrüstung des gesamten Kontinents entwickelt, mit Deutschland als einem der Hauptprofiteure dieser Entwicklung.



