Kommunalwahl in Bayern: Söders CSU triumphiert, doch München bleibt bitter
Bayerns Kommunalwahl: CSU siegt, München enttäuscht

Kommunalwahl in Bayern: Freud und Leid für Söder am Wahlabend

Ministerpräsident Markus Söder hatte sich energisch in den Kommunalwahlkampf in Bayern eingeschaltet. Die Ergebnisse bringen für den CSU-Chef eine Mischung aus Triumph und Enttäuschung. Seine Partei gewinnt mit deutlichem Abstand die meisten Entscheidungen um Landräte und Bürgermeister, doch in zahlreichen Kreisen und Städten müssen sich die Kandidaten in zwei Wochen in Stichwahlen beweisen.

Erfolgreiche CSU bei Landratswahlen

„Wir haben aus dem ganzen Land sehr viele sehr gute Ergebnisse“, kommentierte CSU-Generalsekretär Martin Huber am Abend der Wahl. „Dass es mehr Stichwahlen gibt, war zu erwarten.“ Die Erfolge der Christlich-Sozialen Union sind beachtlich:

  • In mindestens 23 Landkreisen haben CSU-Kandidaten glatt gewonnen
  • Darunter Oliver Bär, Ehemann von Forschungsministerin Dorothee Bär, der im Landkreis Hof knapp 75 Prozent der Stimmen holte
  • In gut 20 weiteren Kreisen liegen die Kandidaten der CSU aussichtsreich im Rennen für die anstehenden Stichwahlen

Großstädte mit gemischten Ergebnissen

Vorne liegen CSU-Kandidaten auch in bedeutenden bayerischen Großstädten:

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  1. In Nürnberg erreichte Marcus König als Oberbürgermeister 46 Prozent
  2. In Augsburg, Regensburg und Erlangen führen ebenfalls CSU-Bewerber
  3. In Erlangen übertraf der CSU-Kandidat Jörg Volleth mit 36 zu 28 Prozent sogar den amtierenden Bürgermeister Florian Janik von der SPD

Trotz dieser Erfolge müssen sich alle genannten Kandidaten in zwei Wochen Stichwahlen stellen, da sie die absolute Mehrheit verfehlten.

Herbe Rückschläge für die CSU

Neben den Erfolgen gab es auch deutliche Misserfolge. Söders ehemalige Ministerin Melanie Huml scheiterte in ihrer Heimatstadt Bamberg und erreichte nicht einmal die Stichwahl. Die größte Enttäuschung erlebte die CSU jedoch in der Landeshauptstadt.

München: Überraschung mit bitterem Beigeschmack

Eine deftige Überraschung erlebte München – mit ambivalentem Ergebnis für die Christlich-Sozialen. Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD verlor dramatisch und erreichte nur 35,6 Prozent der Stimmen. Das bedeutet einen Rückgang von 12 Prozentpunkten gegenüber der Wahl vor sechs Jahren. Reiter muss in die Stichwahl.

Allerdings stellt den Gegenkandidaten nicht die CSU. Ihr Bewerber Clemens Baumgärtner fiel durch, kam nur auf 21,4 Prozent und landete auf dem dritten Platz. Reiter wird stattdessen von Dominik Krause von den Grünen herausgefordert, der 29,4 Prozent erreichte.

Reiter nahm die Niederlage auf seine eigene Kappe. „Ich habe in den letzten Wochen ein, zwei Fehler gemacht“, sagte er. „Das hat das Ergebnis natürlich deutlich beeinflusst.“ Der SPD-Politiker war in den vergangenen Wochen hart kritisiert worden, weil er für einen Posten beim FC Bayern Geld erhalten hatte, was er dem Stadtrat nicht mitgeteilt hatte.

AfD hinter eigenen Erwartungen

Weniger Erfolg als erwartet hatte die AfD bei den bayerischen Kommunalwahlen. Landesvorsitzender Stephan Protschka trat bei der Landratswahl in seiner Heimat Dingolfing an, kam aber nur auf 18,3 Prozent und unterlag Werner Bumeder von der CSU mit 65,2 Prozent deutlich. Am Wahlabend hatte die AfD nur knapp die Stichwahl im Landkreis Miesbach erreicht.

Kompliziertes Wahlrecht mit skurrilen Folgen

Landesweite Stimmergebnisse für die Parteien lagen in der Wahlnacht noch nicht vor. Das komplizierte bayerische Kommunalwahlrecht verzögert die Ermittlung der Endergebnisse. Eine besonders skurrile Situation ergab sich auf der Fraueninsel im Chiemsee, Bayerns kleinster Gemeinde. Dort muss Bürgermeister Armin Krämmer in die Stichwahl, obwohl er der einzige offizielle Kandidat war.

Möglich macht dies eine besondere Regelung des bayerischen Wahlrechts: Bürger dürfen selber Kandidaten auf den Wahlzettel eintragen. In Breitbrunn taten das so viele Wähler, dass Krämmer nur auf 47,7 Prozent kam und somit die absolute Mehrheit verfehlte.

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Die Kommunalwahlen in Bayern zeigen ein differenziertes Bild: Während die CSU in ländlichen Regionen und vielen Kreisen stark abschneidet, muss sie in den urbanen Zentren und insbesondere in München herbe Rückschläge hinnehmen. Die anstehenden Stichwahlen in zwei Wochen werden zeigen, ob die Christlich-Sozialen ihre Position weiter ausbauen können oder ob Oppositionsparteien in wichtigen Städten die Oberhand gewinnen.