In South Carolina haben republikanische Senatoren gemeinsam mit Demokraten eine von Präsident Donald Trump unterstützte Neuaufteilung der Wahlbezirke abgelehnt. Der Vorstoß, der darauf abzielte, den Wahlkreis des schwarzen Demokraten James Clyburn aufzulösen, scheiterte zum zweiten Mal. In einer Sondersitzung stimmten 26 Senatoren gegen die Karte, 18 dafür, obwohl die Republikaner mit 34 Sitzen die Mehrheit haben. 14 republikanische Senatoren widersetzten sich damit Trumps Anweisung.
Die vorgeschlagene Karte hätte es den Republikanern ermöglicht, alle sieben Wahlbezirke des US-Repräsentantenhauses in South Carolina zu gewinnen. Kritik kam von republikanischen Senatoren, die auf die bereits laufenden Vorwahlen verwiesen. Senator Richard Cash sagte: "Die Menschen wählen bereits. Weder mein Gewissen noch der Verstand lassen mich eine Wahl stoppen, die bereits begonnen hat." Laut Medien wurden bereits über 26.000 Stimmen abgegeben.
Senator Tom Davis berichtete, dass ein Berater aus Washington die Karte in einem achtminütigen Videoanruf präsentierte. "Uns wurde gesagt, dass wir diese Karte absegnen sollten", so Davis. Das sei keine Basis für einen Eingriff in die Wahlabläufe. Der Demokrat Russell Ott zeigte Mitleid mit den republikanischen Kollegen: "Sie wurden von Trump in eine unmögliche Lage gebracht."
Der Widerstand in South Carolina ist Teil einer Reihe von Konflikten innerhalb der Republikanischen Partei. In Indiana wurden mehrere Republikaner, die sich Trumps Anweisungen widersetzt hatten, bei Vorwahlen abgewählt. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das Bundesstaaten mehr Spielraum beim Zuschnitt von Wahlbezirken mit Minderheitenmehrheit gibt. Die Republikaner wollen ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Wahlen im November verteidigen.



