Urzeit-Krimi in Bayern gelöst: Riesenlurche starben qualvoll in ausgetrocknetem Tümpel
Bayerns Riesenlurch-Massengrab: Rätsel nach 230 Millionen Jahren gelöst

Urzeit-Krimi in Bayern: Rätsel um Riesenlurch-Massengrab nach Jahren gelöst

Im Jahr 2021 entdeckten Arbeiter in einem unterfränkischen Steinbruch bei Rauhenebrach einen spektakulären Fossilienfund: Mindestens zehn verendete Riesenlurche auf engstem Raum. Für die Experten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) entwickelte sich dieser Fund zu einem spannenden Kriminalfall aus der Urzeit, der nun nach intensiver Forschung endlich aufgeklärt werden konnte.

Qualvoller Tod vor 230 Millionen Jahren

Die gefährlichen Jäger starben vor rund 230 Millionen Jahren einen qualvollen Tod. „Fundort war nicht der Tatort“, erklärt Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am LfU. Der entscheidende Hinweis kam vom Präparator des Fundes, der zwischen den Zähnen der Lurche grünlichen Tonstein entdeckte. Da in der Umgebung des Fundorts jedoch nur Sand vorkommt, mussten sich die Riesenlurche ursprünglich in Tümpeln mit grünlichem Schlamm befunden haben.

Dürreperiode als Todesfalle

Die Hypothese der Forscher zeichnet ein dramatisches Bild: Während einer akuten Dürreperiode versammelten sich die Topjäger der Urzeit in einem verbliebenen Tümpel mit grünem Schlamm und schnappten sich alles, was noch auffindbar war. Als der letzte Wasserrest austrocknete, verendeten die Tiere qualvoll. Die nächste Regenzeit schwemmte ihre Überreste dann weg – sodass man die Fossilien viele Millionen Jahre später im Steinbruch entdeckte.

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Moderne Technologie ermöglicht neue Einblicke

Ein Arbeiter hatte 2021 die ungewöhnlichen Knochenfragmente zufällig entdeckt. Durch den Einsatz eines speziellen 3-D-Computertomografen am Fraunhofer-Institut in Fürth konnten die empfindlichen Fossilien gründlich untersucht werden, ohne sie zu beschädigen. Diese moderne Technologie ermöglichte völlig neue Einblicke in die Anatomie der urzeitlichen Tiere.

Zwei verschiedene Saurier-Arten nebeneinander

Die Untersuchungen brachten noch eine weitere Überraschung zutage: Im Gestein waren nicht nur eine, sondern zwei unterschiedliche Arten von amphibischen Sauriern erhalten – sowohl Cycloto- als auch Metoposaurier. Diese bis zu vier Meter großen Raubtiere waren hochgefährliche und fleischfressende Jäger ihrer Zeit.

Dass diese beiden Arten friedlich nebeneinander in demselben Tümpel existieren konnten, hat eine einfache Erklärung: „Der eine war ein aktiver Schwimmer und konnte gut nach vorne schauen. Der andere lag eher im Schlamm und schaute nach oben, lauerte also auf seine Beute“, so Eichhorn. Durch diese unterschiedlichen Jagdstrategien kamen sie sich nicht in die Quere.

Die Steine mit den wertvollen Saurier-Überresten wurden behutsam abtransportiert und weiter untersucht. Mit Hilfe von KI-generierten Lebend-Rekonstruktionen konnte das Bayerische Landesamt für Umwelt visualisieren, wie diese urzeitlichen Riesen ausgesehen haben mögen. Der 71 Zentimeter lange Unterkieferknochen eines Cyclotosaurus, noch eingeschlossen im Sandstein, zeugt von der imposanten Größe dieser ausgestorbenen Tiere.

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