Drohender Erdrutsch im Schweizer Kanton Wallis: Dorf Chippis in Alarmbereitschaft
Im Kanton Wallis in der Schweiz bereiten sich die Behörden und Einwohner auf einen möglichen großen Erdrutsch vor. Oberhalb des Dorfs Chippis hat sich ein bedrohlicher Riss im Erdreich gebildet, der kontinuierlich wächst und eine ernste Gefahr darstellt. Dieser Erdspalt, der in der Ferienregion Val d’Anniviers nahe Sierre/Siders liegt, wurde erstmals im Herbst entdeckt und hat sich seitdem deutlich vergrößert.
Details zum wachsenden Erdspalt und den potenziellen Folgen
Der Riss erstreckt sich mittlerweile über eine Länge von 250 Metern und ist zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit. Jeden Tag vergrößert er sich um etwa zwei bis vier Millimeter, wie Geologen berichten. Schätzungen zufolge könnten bis zu 500.000 Kubikmeter Erdmasse abrutschen, falls der Hang instabil wird. Ein solcher Erdrutsch hätte schwerwiegende Konsequenzen: Er könnte das Flussbett der Navizence zuschütten, was zu einem Stau und anschließenden Überschwemmungen führen würde. Der Fluss fließt direkt durch Chippis, ein Dorf mit rund 1600 Einwohnern, das somit unmittelbar bedroht ist.
Vorsorgemaßnahmen und Evakuierungspläne der Behörden
Angesichts dieser Bedrohung ergreifen die zuständigen Behörden umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen. Der Riss wird täglich überwacht, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Parallel dazu werden Evakuierungspläne vorbereitet, um im Ernstfall die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten zu können. Diese Vorbereitungen sind besonders vor dem Hintergrund vergangener Ereignisse im Kanton Wallis von Bedeutung. Im Mai 2025 waren im Lötschental Gestein und ein Gletscher abgebrochen und ins Tal gestürzt, wobei das Dorf Blatten großteils verschüttet wurde. Glücklicherweise waren damals alle Einwohner rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, was die Wirksamkeit solcher Evakuierungsmaßnahmen unterstreicht.
Die aktuelle Situation in Chippis erinnert an diese Vorfälle und zeigt, wie wichtig kontinuierliche Überwachung und präventive Planung in alpinen Regionen sind. Die Behörden betonen, dass trotz der wachsenden Gefahr noch keine unmittelbare Evakuierung notwendig ist, aber die Bereitschaft aufrechterhalten wird, um jederzeit reagieren zu können. Die Einwohner von Chippis bleiben in Alarmbereitschaft, während Experten die Entwicklung des Erdspalts genau beobachten.



