Südtiroler Gemeinden verhängen Durchfahrtsverbot am Grödner Joch gegen Massentourismus
Durchfahrtsverbot am Grödner Joch: Südtirol gegen Massentourismus

Südtiroler Gemeinden ergreifen drastische Maßnahmen gegen motorisierten Massentourismus

Die Südtiroler Gemeinden haben einen einstimmigen Beschluss gefasst, um dem zunehmenden motorisierten Massentourismus am Grödner Joch entgegenzuwirken. Zu viel Lärm und ein übermäßiges Verkehrsaufkommen haben die Region nahezu rund um die Uhr belastet und illegale Rennen begünstigt. Nun soll eine „außerstädtische verkehrsberuhigte Zone“ eingerichtet werden, die für fünf Monate im Jahr gilt.

Umsetzung und geplante Maßnahmen

Die Umsetzung dieser Maßnahme ist für den 1. September geplant, wie das Portal stol.it berichtet. Der Gemeinderat von Wolkenstein hat als erster einen entsprechenden Beschluss verabschiedet. Ihm sollen weitere Gemeinden folgen, darunter Corvara, St. Christina, St. Ulrich, Kastelruth, Lajen, Abtei, Wengen, St. Martin in Thurn und Enneberg.

Während des Sommerhalbjahrs von Mitte Mai bis Mitte Oktober wird der motorisierte Verkehr für Pkw, Lkw und Motorräder verboten sein. Ausnahmen gelten nur für Anwohner oder Personen, die berufliche Gründe nachweisen können. Zur Unterstützung dieser Maßnahme sind zusätzliche Parkplätze direkt am Joch geplant, und der Bustakt auf der betroffenen Strecke soll erhöht werden.

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Reaktionen und zukünftige Pläne

Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereins Südtirol, begrüßte das Vorhaben als „historischen Moment“. Er betonte, dass seit Jahrzehnten auf die Belastungsgrenzen der Dolomitenpässe hingewiesen wurde. Die Einführung der verkehrsberuhigten Zone am Grödner Joch sei ein entscheidender Fortschritt für den Erhalt dieser einzigartigen Naturlandschaft.

Simeoni wies jedoch darauf hin, dass mit dieser Maßnahme noch nicht Schluss sein dürfe. Das Ziel müsse sein, diese zeitweilige Verkehrsberuhigung auszuweiten. Es wird erwartet, dass ähnliche Eingriffe bald auch an anderen Orten wie dem Sellajoch folgen könnten, wo im kommenden Jahr möglicherweise vergleichbare Regelungen eingeführt werden.

Hintergrund und politische Unterstützung

Bereits im Februar hatte sich Daniel Alfreider, Politiker der Südtiroler Volkspartei SVP und zuständig für Mobilität und Infrastruktur in der Landesregierung, beim Verkehrsministerium dafür eingesetzt, verkehrsberuhigte Zonen auch außerhalb großer Zentren einrichten zu können. Dieser Einsatz hat nun Früchte getragen und zu dem einstimmigen Beschluss der Gemeinden geführt.

Der erste Probelauf der neuen Regelungen ist für den 1. September vorgesehen. Die Gemeinden hoffen, damit nicht nur die Lebensqualität vor Ort zu verbessern, sondern auch einen Beitrag zum Schutz der alpinen Umwelt zu leisten.

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