Kaum breiter als ein Auto: Die anspruchsvollste Alpenstraße fordert Fahrer heraus
Diese Straße treibt selbst erfahrenen Autofahrern den Puls in die Höhe. Links ragt die Felswand steil empor, rechts geht es Hunderte Meter in die Tiefe. Dazwischen befindet sich eine Schotterpiste, oft kaum breiter als ein Auto und meist ohne schützende Leitplanke. Was nach einer abenteuerlichen Strecke in den Anden klingt, liegt tatsächlich in den Seealpen – genau am ligurischen Grenzkamm zwischen Italien und Frankreich.
Alta Via del Sale: Spektakulärer Verlauf auf über 1800 Metern Höhe
Vor etwa 150 Jahren begann das Militär in dieser Region, Grenzforts zu errichten. Zurück blieb ein weitläufiges Netz aus unbefestigten Pisten, die heute touristisch genutzt werden – ihr abenteuerlicher Charakter ist jedoch vollständig erhalten geblieben. Die bekannteste Route ist die Alta Via del Sale, die sich dauerhaft auf über 1800 Metern Höhe schlängelt und teilweise sogar bis auf 2100 Meter ansteigt.
Rund 60 Kilometer führt die anspruchsvolle Schotterstraße von Limone Piemonte nach Monesi di Triora. Auf dem 30 Kilometer langen Kernstück wird eine Maut von 20 Euro pro Fahrzeug erhoben. Zusätzlich ist die Anzahl der Autos pro Tag streng begrenzt, um den Verkehr zu regulieren und die Natur zu schützen.
Motorfreie Tage und hohe Anforderungen an Fahrer
Dienstags und donnerstags bleibt die Strecke komplett motorfrei – dann gehören die Wege ausschließlich Wanderern und Mountainbikern. Die Alta Via del Sale ist in beide Richtungen befahrbar, doch oft wird es extrem eng. Ausweichmanöver oder sogar Rückwärtsfahren sind hier keine Seltenheit, sondern eher die Regel.
Da Leitplanken meist fehlen, erfordert die Fahrt überdurchschnittliches fahrerisches Können. Der renommierte Denzel-Alpenstraßenführer stuft die Strecke mit 4 bis 5 von 5 Punkten ein und betont ihre hohen Anforderungen. Neben Geländewagen sind auch SUVs und sogar Kleinwagen auf der ligurischen Grenzerfahrung unterwegs. Allradantrieb ist zwar hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Übernachtungsmöglichkeiten und Ausklang am Mittelmeer
Wer möchte, kann die gesamte Strecke an einem Tag bewältigen. Empfehlenswert ist jedoch eine Übernachtung – beispielsweise im ruhigen Tende oder im Rifugio La Terza. Dort gibt es gutes Essen, doch um 22 Uhr wird der Generator abgeschaltet, was für eine besondere Atmosphäre sorgt.
Entweder bleibt man nach der Fahrt in den majestätischen Bergen oder folgt den serpentinenreichen Abfahrten hinunter zur malerischen Küste. In Ventimiglia oder Menton endet die Tour schließlich am azurblauen Mittelmeer. Und im erfrischenden Wasser sind die Strapazen der Hohen Salzstraße schnell vergessen.



