Schneeschuhwanderer lösen Lawine in Berchtesgadener Alpen aus – Glück im Unglück ohne Schutzausrüstung
In den Berchtesgadener Alpen haben drei Schneeschuhwanderer am Samstag eine Lawine ausgelöst und wurden von dieser mitgerissen. Laut Polizeiangaben besaßen die Personen keine alpine Erfahrung und waren zudem ohne die erforderliche Schutzausrüstung unterwegs. Ein Polizeisprecher kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Sie haben Glück gehabt.“ Die Gruppe konnte sich nach dem Abgang selbstständig befreien, wobei einer der Beteiligten leichte Verletzungen erlitt und per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde.
Einsatz der Bergwacht mit Hubschrauber und Suchgeräten
Nach der Alarmierung am Samstag war zunächst unklar, wie viele Personen von der Lawine betroffen waren. Zwei Einsatzkräfte der Bergwacht wurden mit einem Rettungshubschrauber in das Gebiet nahe Schönau am Königssee im Landkreis Berchtesgadener Land geflogen. Die Wanderer hatten die Lawine beim Überqueren der Nordwestseite unterhalb des Windschartenkopfes ausgelöst und wurden bis zu einer steil abfallenden Kante mitgerissen.
Obwohl die Gruppe angab, als einzige im Bereich unterwegs gewesen zu sein, führte die Bergwacht eine umfassende Suchaktion durch, um weitere verschüttete Personen auszuschließen. Dabei kamen Lawinensuchgeräte und Spürhunde zum Einsatz. Die Suche blieb ergebnislos, was die Angaben der Wanderer bestätigte.
Häufung von Lawinenunglücken in den Alpen
Der Vorfall ereignete sich in einer Zeit, in der es in den Alpen vermehrt zu Lawinenabgängen kommt. Nach starken Schneefällen in den vergangenen Wochen wurden in Österreich, Frankreich, der Schweiz und Italien mehrere tödliche Unglücke registriert. Allein in Österreich und der Schweiz sind diesen Winter bereits über 30 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen.
Ein zentrales Problem ist, dass sich Wintersportler trotz höchster Lawinenwarnstufen abseits gesicherter Pisten bewegen und sich damit selbst in Gefahr bringen. Experten wie Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport beim österreichischen Alpenverein, betonen die Bedeutung von:
- Gefahrenerkennung im Gelände
- Angemessener Schutzausrüstung
- Alpiner Erfahrung für Aktivitäten im winterlichen Hochgebirge
Der aktuelle Fall unterstreicht erneut die Risiken unvorbereiteter Touren in lawinengefährdetem Gelände. Während die Schneeschuhwanderer in den Berchtesgadener Alpen mit einem blauen Auge davonkamen, enden ähnliche Situationen in dieser Saison oft tragisch.



