Drei Tote bei Lawinenabgang in den französischen Alpen trotz klarer Warnungen
Ein tragisches Lawinenunglück hat sich am Freitag in den französischen Alpen bei Val d'Isère ereignet. Drei Skifahrer kamen ums Leben, nachdem sie von Schneemassen erfasst wurden. Die Gruppe bestand aus insgesamt sechs Wintersportlern, die sich abseits der markierten Pisten bewegten, obwohl die Behörden eindringlich vor der erhöhten Lawinengefahr gewarnt hatten.
Gruppe trotz Warnstufe 4 unterwegs
Die Skifahrer waren in Begleitung eines Skilehrers unterwegs und verfügten laut offiziellen Angaben über die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung. Dennoch entschieden sie sich, trotz der am Freitag geltenden zweithöchsten Lawinenwarnstufe (Stufe 4) abseits der gesicherten Pisten zu fahren. Die Identität und Nationalität der Opfer waren zunächst nicht bekannt.
Die Präfektur der Savoyen hatte bereits am Vortag zu höchster Vorsicht aufgerufen. Mehrere Straßen in der Region wurden wegen akuter Lawinengefahr gesperrt. Im benachbarten Skigebiet Tignes galt in der Nacht sogar eine komplette Ausgangssperre für alle Bewohner und Touristen.
Extreme Bedingungen durch Wintersturm „Nils“
Das Unglück ereignete sich vor dem Hintergrund äußerst angespannter Verhältnisse in den französischen Alpen. Der Wintersturm „Nils“ hatte am Donnerstag starken Schneefall gebracht, der stellenweise bis zu einem Meter Neuschnee anhäufte. In vielen Skigebieten mussten Pisten vollständig oder teilweise geschlossen werden.
Der französische Wetterdienst warnte besonders vor der extrem instabilen Schneedecke in Höhenlagen zwischen 1800 und 2000 Metern. Schon ein einzelner Skifahrer könne unter diesen Bedingungen große Schneemassen lösen, hieß es in den offiziellen Warnungen.
Appell an alle Wintersportler
Die Gemeinde Val d'Isère appellierte nach dem Unglück eindringlich an alle Wintersportler, ausschließlich auf markierten und gesicherten Pisten zu bleiben. Da in Teilen Frankreichs derzeit Schulferien sind, halten sich besonders viele Familien mit Kindern in den Alpen auf.
Die Behörden betonten, dass selbst mit vollständiger Sicherheitsausrüstung das Befahren von ungesichertem Gelände bei solchen Warnstufen lebensgefährlich ist. Die Rettungskräfte waren nach dem Lawinenabgang sofort im Einsatz, konnten aber drei Mitglieder der Skigruppe nur noch tot bergen.



