München verlängert Bade- und Bootsverbot an der Isar nach Hochwasser
Nach den starken Regenfällen und der einsetzenden Schneeschmelze in den Alpen hat das Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) in München ein striktes Bade- und Bootsfahrverbot für die Isar erlassen. Das Verbot gilt vom südlichen Stadtgebiet ab der Großhesseloher Brücke bis zur Leinthalerbrücke im Norden und bleibt bis einschließlich Montag, den 2. März, in Kraft.
Gefahren durch Treibholz und Strudel
Als Hauptgrund für das Verbot nennt das RKU das zahlreiche Treibholz, das nach dem abgelaufenen Hochwasser in der Isar treibt und unter der trüben Wasseroberfläche kaum erkennbar ist. Zusätzlich können sich gefährliche Strudel und Wasserwalzen bilden, die eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben darstellen. Das Befahren der Isar mit Booten oder anderen Schwimmkörpern sowie das Baden sind daher ausnahmslos untersagt.
Entspannung der Hochwassersituation
Das Wasserwirtschaftsamt München hat mittlerweile Entwarnung gegeben. Die Hochwassergefahr hat sich deutlich entspannt, und es besteht keine akute Gefahr mehr vor Ausuferungen oder Überschwemmungen. Der Wasserstand der Isar sinkt kontinuierlich und hat am frühen Nachmittag die Meldestufe 1 unterschritten. Mittags lag der Pegel noch bei 255 Zentimetern, 15 Zentimeter über der Meldestufe, mit klar abnehmender Tendenz.
Laut dem Hochwassernachrichtendienst des Landesamtes für Umwelt in Augsburg ist im Freistaat Bayern vorläufig kein weiterer Niederschlag zu erwarten. Die Schneeschmelze verläuft nur geringfügig, sodass sich die Hochwasserwellen weiter abbauen und über Main und Donau abfließen können.
Hintergrund der Hochwasserwarnungen
Die Regenfälle zum Wochenbeginn hatten in verschiedenen Regionen Bayerns zu Hochwasserwarnungen geführt. An zahlreichen Gewässern wurden die Meldestufen eins und zwei erreicht, bei denen Felder oder einzelne Straßen überschwemmt werden können. Teilweise wurde sogar die dritte Meldestufe ausgerufen.
Die Prognosen des Wasserwirtschaftsamts München und des Warnsystems "Katwarn" deuteten darauf hin, dass die Pegelstände an den großen Flüssen in Bayern noch längere Zeit erhöht bleiben würden. Die anhaltenden Niederschläge und die Schneeschmelze in den Alpen verschärften die Situation, da die Böden im Alpenvorland bereits wassergesättigt waren.
Aktuelle Entwicklung und Empfehlungen
Am Dienstagnachmittag wurde am Pegel München/Isar die Meldestufe 1 überschritten, mit einem Stand von 241 Zentimetern um 15.15 Uhr. Die Warnstufe 1 bedeutet, dass kleine Überflutungen von Wiesen, Feldern oder Uferwegen möglich sind, während für Wohngebiete meist keine akute Gefahr besteht.
Das Wasserwirtschaftsamt rät der Bevölkerung, sich weiterhin über die aktuelle Wetter- und Hochwasserentwicklung zu informieren und amtliche Warnungen zu beachten. Die Behörden empfehlen, sich von Gewässern fernzuhalten, Fahrzeuge aus hochwassergefährdeten Bereichen zu entfernen und Vorsorge- sowie Schutzmaßnahmen zu überprüfen.
Obwohl die Hochwassergefahr nachlässt, bleibt das Bade- und Bootsfahrverbot bis zum 2. März bestehen, um die Sicherheit der Münchner Bevölkerung zu gewährleisten.



