Mutter Dahlmeier findet Frieden: Laura ruht im Herzen der Berge
Ein gutes halbes Jahr nach dem tragischen Bergunfall der ehemaligen Biathletin und Bergsteigerin Laura Dahlmeier bleibt die Erinnerung an die 31-Jährige lebendig. Ihre Mutter Susi Dahlmeier hat nun in einem bewegenden Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur Einblicke in ihren Umgang mit dem Verlust gegeben und spricht von einem besonderen Frieden.
Die Berge als letzte Ruhestätte
Die Eltern der in Pakistan tödlich verunglückten Sportlerin haben sich damit abgefunden, dass der Leichnam ihrer Tochter in den Bergen fern der Heimat verblieben ist und nicht geborgen werden konnte. „Ich glaube, das ist der schönste Friedhof, den es für die Laura gibt. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Das war sie und das ist sie“, erklärt Susi Dahlmeier mit bewegter Stimme.
Sie betont, dass sie auch eine mögliche Bergung akzeptiert hätte, doch der Gedanke an die natürliche Ruhestätte im Gebirge tröstet sie. „Wenn sie geborgen oder gefunden worden wäre, dann hätte ich das auch akzeptiert. Aber für mich ist es auch ganz fein, dass sie da dort ihre Ruhestätte einfach hat“, so die Mutter. Ähnliche Worte hatte zuvor bereits Lauras Vater Andreas Dahlmeier gefunden, der selbst als Einsatzleiter bei der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen tätig ist.
Ein Park als Ort der Erinnerung
Für die Familie ist es von großer Bedeutung, dass es in der Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen nun einen festen Erinnerungsort gibt. Die Marktgemeinde hat kürzlich den Kurpark Patenkirchen in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt – eine Geste, die Susi Dahlmeier tief berührt.
„Ich empfinde es als große Ehre, dass die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen den Park jetzt praktisch der Laura widmet. Das ist eine unheimlich schöne Geste“, sagt sie. Da es keinen traditionellen Friedhof gibt, an dem man Abschied nehmen kann, wird dieser Park zu einem wichtigen Ort für alle, die von Laura Dahlmeier bewegt wurden.
„Sie hat einfach so viele Menschen bewegt und begeistert. Wir haben gemerkt, dass es ganz wichtig ist für die Menschen, dass es einen Ort gibt, wo sie Abschied nehmen können, wo sie vielleicht noch mal sich erinnern an die besonderen Erlebnisse, die sie mit ihr hatten“, erklärt die Mutter.
Die tragischen Umstände des Unfalls
Die zweifache Biathlon-Olympiasiegerin und siebenfache Weltmeisterin war im Juli des vergangenen Jahres am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Die ausgebildete Bergführerin wurde auf 5.700 Metern Höhe vermutlich sofort tödlich von einem Steinschlag am Kopf getroffen.
Bereits kurz nach dem Unglück richtete die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen gemeinsam mit der Familie im Park einen ersten Erinnerungsort ein. Dieser besteht aus einem Foto und einer an einem Felsen angebrachten Tafel. Den besonderen Felsen hat Susi Dahlmeier persönlich aus dem Ferchenbach in der Nähe der Partnachklamm ausgewählt.
Die erfolglose Bergungsaktion
Trotz einer aufwendigen Hilfsaktion und einer zweiten Suchmission, an der unter anderem der bayerische Extremkletterer Thomas Huber beteiligt war, konnte Laura Dahlmeiers Leiche nicht geborgen werden. Sie wurde mutmaßlich unter herabgefallenen Steinen begraben.
Andreas Dahlmeier beschreibt die Situation nüchtern: „Laura ist abgestürzt und ist von vielen Steinen verschüttet worden“. Der gesamte Bergabschnitt wurde gründlich abgesucht. „Laura kann man nicht bergen, sonst hätten wir sie nach Hause geholt“, stellt der erfahrene Bergretter klar.
Die Familie hat ihren Frieden mit dieser Realität gefunden und sieht in den Bergen, die Laura Dahlmeier so sehr liebte, ihre ewige Ruhestätte.



