Rekord-Wels im Bodensee: 2,60 Meter langer Gigant von Berufsfischer gefangen
Was für ein spektakulärer Fang im größten See Deutschlands! Berufsfischer Franz Blum (45) aus Fußach in Österreich hat einen echten Koloss aus den Tiefen des Bodensees gezogen: einen riesigen Wels, der beeindruckende 2,60 Meter misst und stolze 109 Kilogramm auf die Waage bringt. Selbst der erfahrene Vorarlberger Fischer geriet bei diesem Kampf mit dem Giganten ins Schwitzen.
„Brutaler Torpedo“ bringt Fischer an seine Grenzen
„Das war der schwerste Fisch, den ich bisher aus dem Bodensee gezogen habe“, berichtet Blum gegenüber Medien. Auf Facebook bezeichnete er seinen Fang als „brutalen Torpedo“. Am frühen Nachmittag ging der Koloss in der Nähe der Rheinmündung auf der österreichischen Seite des Sees ins Netz. Das Tier an Bord zu bekommen, erforderte höchste Anstrengung: „Mit viel Kampf, Krampf und Erfahrung hatte ich den Wels schließlich an Bord“, schildert der Berufsfischer die anstrengende Prozedur.
Blum schätzt das Alter des Fisches auf etwa 45 Jahre. Für einen Wels, der bis zu 80 Jahre alt werden kann, gilt dies noch nicht als außergewöhnlich hohes Alter. Der gefangene Riese ist durchschnittlich so groß wie ein zwölfjähriges Kind. Bereits vor einigen Jahren hatte der Fischer einen noch längeren, wenn auch leichteren Wels gefangen, der heute präpariert in seinem Fischladen hängt.
Experten warnen: Welse werden immer häufiger und größer
Bernd Kaulitzki, 1. Vorstand vom Bodenseefisch e. V. und 2. Vorstand der Fischereigenossenschaft der Bayerischen Bodenseeberufsfischer, erklärt die Entwicklung: „Welse haben keinen natürlichen Feind, und der See wird immer wärmer. Dadurch werden die Welse im Bodensee immer häufiger und immer größer.“
Die Zahlen bestätigen diesen Trend eindrucksvoll:
- 2024 fingen österreichische Berufsfischer 2.974 Welse im Bodensee
- 2014 waren es noch 897 – eine Verdreifachung innerhalb von zehn Jahren
- Angler meldeten 2024 insgesamt 1.338 Welse an ihren Haken
- 2014 waren es lediglich 226 gewesen
„Als ich vor 40 Jahren angefangen habe, war ein Wels noch eine Sensation. Jetzt fängt man sie immer wieder“, so Kaulitzki weiter. „Das jetzt gefangene Exemplar ist meines Wissens der größte bisher im Bodensee gefangene Wels.“
Europas größter Süßwasser-Raubfisch
Der Wels gilt nicht nur als größter Fisch im Bodensee, sondern auch als Europas größter Süßwasser-Raubfisch. Diese beeindruckenden Tiere können bis zu drei Meter lang und weit über 100 Kilogramm schwer werden. Als nachtaktiver Grundfisch besitzt der Wels einen ausgeprägten Geruchs- und Tastsinn und ernährt sich laut Blum „von allem, was ihm vors Maul schwimmt“.
„Der Wels saugt die Tiere ein, fast wie ein Staubsauger“, beschreibt der Fischer das Fressverhalten. Neben Fischen hat er bereits Enten und Mäuse im Magen von Welsen gefunden. Die Anpassungsfähigkeit dieser Raubfische und das Fehlen natürlicher Feinde im Bodensee begünstigen ihre rapide Ausbreitung.
Blum hat den Riesenwels bereits filetiert und an Kunden verkauft. Der Wels gilt als sehr schmackhafter, milder Speisefisch mit festem, weißem Fleisch und findet bei Feinschmeckern großen Anklang.
Die zunehmende Population dieser großen Raubfische wirft Fragen zum ökologischen Gleichgewicht des Bodensees auf. Experten beobachten die Entwicklung mit Sorge und fordern weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem des größten deutschen Sees.



