Tödlicher Sturz auf Altschnee: Wanderin (74) verunglückt am Schliersee
Die frühlingshaften Temperaturen und die strahlende Sonne locken derzeit wieder zahlreiche Wanderer in die bayerischen Alpen. Doch was im Tal nach sicheren Bedingungen aussieht, kann in höheren Lagen lebensgefährlich werden. Am Samstag stürzte eine 74-jährige Wanderin aus München am Bodenschneid am Schliersee tödlich ab, nachdem sie auf hart gefrorenem Altschnee ausgerutscht war.
Trügerische Frühlingssonne mit winterlichen Gefahren
Die Frau befand sich auf dem Abstieg vom 1668 Meter hohen Bodenschneid, als sie auf der Nordseite des Berges auf einer Scholle aus Altschnee ins Rutschen geriet. Sie stürzte etwa 150 Meter in die Tiefe. Obwohl Ersthelfer sie umgehend versorgten und die Bergwacht Bayern sowie der Rettungshubschrauber „Christoph 1“ sofort Reanimationsmaßnahmen einleiteten, erlag die Münchnerin noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.
Während des Rettungseinsatzes rutschten weitere Wanderer auf dem gleichen Schneefeld aus. Die Einsatzkräfte mussten mehrfach Bergsteiger sichern, um weitere Unfälle zu verhindern. Glücklicherweise gab es dabei keine weiteren Verletzten.
Polizei und Bergwacht warnen eindringlich
Die Polizei warnt nach dem tragischen Vorfall eindringlich vor der trügerischen Frühlingssonne. „Auch wenn in sonnigen Bereichen bereits hohe Temperaturen erreicht werden und zum Wandern einladen, herrschen in Schattenbereichen noch winterliche Verhältnisse“, so die offizielle Warnung. Oftmals seien selbst spezielle Ausrüstung wie Grödel oder Eisspikes nicht ausreichend, um auf hart gefrorenem Altschnee sicheren Halt zu finden.
Die Bergwacht Bayern betont, dass sich in höheren Lagen vielerorts noch winterliche Bedingungen mit hart gefrorenem Altschnee und eisigen Schattenhängen halten. Diese gefährliche Mischung werde selbst von erfahrenen Berggehern häufig unterschätzt.
Drei Todesfälle in den Alpen an einem Wochenende
Der tödliche Sturz am Schliersee ist leider kein Einzelfall an diesem Wochenende. In der Nacht zum Sonntag verunglückte am Petersberg bei Flintsbach am Inn ein 46-jähriger Mann, der beim Abstieg aus noch ungeklärter Ursache in steiles Waldgelände stürzte. In den österreichischen Alpen kam am Samstag zudem ein 43-jähriger Skitourengeher aus dem Landkreis Weilheim-Schongau bei der Abfahrt vom Thaneller in Tirol ums Leben. Er stürzte dabei 370 Meter in die Tiefe.
Drei Todesfälle in den Alpen binnen weniger Stunden – und die Wandersaison hat gerade erst begonnen. Während unten im Tal der Frühling lockt, halten sich oben im Gebirge vielerorts noch Schnee und Eis. Eine gefährliche Kombination, die alle Bergsportler ernst nehmen sollten.
Die Behörden raten allen Wanderern und Bergsteigern:
- Aktuelle Bergwetter- und Lawinenberichte vor jeder Tour zu konsultieren
- Auch bei frühlingshaftem Wetter im Tal mit winterlichen Bedingungen in höheren Lagen zu rechnen
- Angemessene Ausrüstung mitzunehmen und deren Grenzen zu kennen
- Die eigene Kondition und Erfahrung realistisch einzuschätzen
- Bei unsicheren Verhältnissen rechtzeitig umzukehren
Die Bergwacht Bayern steht für weitere Sicherheitshinweise und aktuelle Informationen zur Verfügung. Die Wandersaison in den Alpen beginnt mit tragischen Verlusten – eine Mahnung an alle, die Schönheit der Berge nicht leichtsinnig zu unterschätzen.



