Zugspitz-Wirt Hansjörg Barth gestorben: 40 Jahre das Gesicht des Münchner Hauses
Zugspitz-Wirt Hansjörg Barth im Alter von 78 Jahren gestorben

Abschied von einer Berglegende: Zugspitz-Wirt Hansjörg Barth gestorben

Er lebte buchstäblich dem Himmel so nah – nun ist er für immer dort: Hansjörg Barth, der charismatische Wirt des berühmten Münchner Hauses auf der Zugspitze, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Vier Jahrzehnte lang war er das unverwechselbare Gesicht von Deutschlands höchstgelegener Gaststätte, ein Fixpunkt für Generationen von Bergsteigern und Wanderern.

Ein Leben für die Berge und seine Gäste

Hansjörg Barth erlag einer seltenen Erkrankung, der Amyloidose. Bei dieser Krankheit lagern sich fehlgefaltete Eiweiße, sogenannte Amyloide, in Organen und Geweben ab und beeinträchtigen deren Funktion. „Er hat sehr gekämpft“, berichtete seine Ehefrau Andrea Zwinger in tiefer Trauer. „Er hat doch so gern gelebt.“ Die Nachricht von seinem Tod hat Familie, Freunde und die gesamte Bergsteiger-Community erschüttert.

Von Mai bis September verbrachte Barth jedes Jahr die Sommermonate auf 2.962 Metern Höhe. „Abends, wenn niemand mehr droben ist, man das Alpenpanorama für sich hat, ist es am schönsten auf der Zugspitze“, schwärmte er einmal in einem Interview. Doch seine Arbeit beschränkte sich nicht auf das Wirtschaften allein.

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Der Wirt mit dem großen Herz für Bergsteiger

Barth war weit über die Grenzen Bayerns hinaus für seine unkomplizierte Art und seinen charakterlichen Zusammenhalt bekannt. „Er war immer draußen und hat geschaut, ob noch Bergsteiger unterwegs sind“, erinnerte sich seine Frau. Wer erschöpft oder unzureichend ausgerüstet den Gipfel erreichte, konnte sich auf seine Hilfe verlassen.

„Da hat er sie dann recht zammg‘schimpft“, erzählte Andrea Zwinger mit einem Lächeln. Doch sein scheinbar barsches Auftreten währte nie lange. Schon Minuten später saß er wieder mit denselben Bergsteigern am Tisch, als wäre nichts geschehen. „Er konnte barsch sein, hat gut ausgeteilt, aber nachtragend war er dabei nie“, betonte seine Frau.

Familientradition und politisches Engagement

Das Münchner Haus befindet sich seit fast 100 Jahren im Besitz der Familie. 2023 übergab das Ehepaar die traditionsreiche Alpenvereinshütte an die Kinder Toni und Theresa Zwinger. Neben seiner Tätigkeit als Wirt engagierte sich Hansjörg Barth auch politisch und trat als Vertreter der Bayernpartei in Erscheinung.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie im Jahr 2003, als der damals 28-jährige Sohn an den Folgen einer Kneipenschlägerei starb. Diesen Verlust verkraftete Barth nur mit größter Mühe. Nun, so der tröstende Gedanke der Hinterbliebenen, sind Vater und Sohn im Himmel wieder vereint.

Hansjörg Barth hinterlässt eine Lücke, die kaum zu schließen sein wird. Als Wirt, Bergfreund und charakterstarker Mensch prägte er nicht nur das Münchner Haus, sondern die gesamte Bergkultur der Zugspitze nachhaltig. Sein Erbe wird in den Herzen aller weiterleben, die das Glück hatten, ihn kennenzulernen.

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