Zugspitze-Wirt Hansjörg Barth stirbt an seltener Krankheit: Ein bayerisches Urgestein verloren
Die Zugspitze trauert um eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten: Hansjörg Barth, der legendäre Wirt des Münchner Hauses, ist im Alter von 78 Jahren Ende Februar verstorben. Wie der Münchner Merkur berichtet, erlag der bei Bergsteigern bekannte Hüttenwirt der seltenen Krankheit Amyloidose. Bei dieser Erkrankung lagern sich falsch gefaltete Eiweiße in den Organen ab und verstopfen diese so stark, dass sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.
Abschied mit bayerischer Herzlichkeit
Am Donnerstag wurde Barth auf dem Friedhof in Partenkirchen beigesetzt. Seine Frau Andrea Zwinger sagte dem Münchner Merkur: "Er hat sehr gekämpft. Er hat doch so gern gelebt." Passend zu seinem lebensfrohen Charakter steht auf seiner Traueranzeige der typisch bayerische Abschiedsgruß "Schia war's!". Ein Kommentator unter der Todesnachricht auf Facebook fasste den Verstorbenen treffend zusammen: "Ein bayerisches Urgestein, geradlinig, direkt, aufrichtig, das Herz am richtigen Fleck."
40 Jahre Wirt auf Deutschlands höchster Hütte
Hansjörg Barth prägte vier Jahrzehnte lang das Münchner Haus, die mit 2.962 Metern höchstgelegene Hütte des Deutschen Alpenvereins auf deutschem Boden. Die bereits 1897 auf dem Westgipfel der Zugspitze erbaute Hütte wurde seither nicht wesentlich verändert und wirkt laut DAV inmitten der modernen Hightech-Gebäude wie ein Stück vergangener Zeit. Genau das schätzte Barth besonders: In einem BR-Bericht aus dem Jahr 2022 betonte er, wie viel originale Substanz die Hütte noch bewahrt habe.
Zu Beginn seiner Zeit als Wirt im Jahr 1982 gab es in der Hütte nur eine einfache Waschschüssel und ein Plumpsklo. Die Familie bewirtschaftet das Münchner Haus bereits seit rund 100 Jahren, beginnend mit Barths Großvater Anselm Barth im Jahr 1924. Seit 2023 führen seine Kinder Toni und Theresa Zwinger das traditionsreiche Wirtshaus weiter.
Multitalent abseits der Hütte
Neben seiner Tätigkeit als Hüttenwirt war Hansjörg Barth ein wahres Multitalent:
- Ausgebildeter Schlossermeister
- Erfahrener Skilehrer
- Künstlerisch begabter Maler
- Politisch engagiert für die Bayernpartei
Von 2013 bis 2018 gehörte er dem Kreistag von Garmisch-Partenkirchen an und setzte sich dort für die Belange seiner Region ein. Mit seinem Tod verliert die Zugspitze nicht nur einen erfahrenen Wirt, sondern eine Persönlichkeit, die das alpine Leben über Generationen hinweg mitgeprägt hat.



