AfD-Jugend-Vize in Brandenburg rechtfertigt Teilnahme an rechtsextremer Gedenkveranstaltung
Der neu gewählte stellvertretende Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland in Brandenburg, Felix Niedermeyer, hat seine Teilnahme an einer Veranstaltung einer rechtsextremistischen Vereinigung im Jahr 2017 verteidigt. Die „Freien Kräfte Neuruppin - Osthavelland“ hatten für den 20. April 2017 in Nauen zu einem sogenannten „Gedenken an die Bombenopfer“ eingeladen, wobei der Verfassungsschutz Brandenburg diese Gruppierung als eindeutig rechtsextremistisch einstuft. Auch die rechtsextreme NPD war laut Geheimdienstberichten an der Organisation dieser Veranstaltung beteiligt.
Niedermeyer äußert sich zur umstrittenen Teilnahme
In einer Stellungnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte Niedermeyer: „Was meine Teilnahme an der Veranstaltung angeht, war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt, wer der Anmelder war. Ich war dort, um der Opfer des alliierten Bomberangriffs auf Nauen am 20. April 1945 zu gedenken. Hätte ich zum damaligen Zeitpunkt gewusst, welche Gruppierungen diese Veranstaltung angemeldet haben, hätte ich vermutlich nicht teilgenommen.“ Die „Märkische Oderzeitung“ hatte zuvor über Niedermeyers Anwesenheit berichtet und ein entsprechendes Foto veröffentlicht, das die Kontroverse auslöste.
Organisatoren stehen auf AfD-Unvereinbarkeitsliste
Die „Freien Kräfte Neuruppin - Osthavelland“ stehen auf der offiziellen Unvereinbarkeitsliste der AfD. Das bedeutet, dass Personen, die Mitglied dieser Gruppierung sind, nicht der AfD beitreten können. Niedermeyer betonte, er sei nie Mitglied der „Freien Kräfte“ gewesen und habe vor seinem Eintritt in die AfD lediglich einem regionalen Simson-Verein angehört. Der schwerste Bombenangriff auf Nauen fand tatsächlich am 20. April 1945 statt, ein Datum, das zufällig auch der Geburtstag Adolf Hitlers ist, was die Veranstaltung zusätzlich politisch auflädt.
AfD-Landesverband zeigt sich unbeeindruckt
Der AfD-Landesverband Brandenburg sieht kein Problem in Niedermeyers Teilnahme an der umstrittenen Gedenkveranstaltung. Landeschef René Springer teilte mit, dass die Teilnahme „uns bekannt“ sei und Niedermeyer zudem nie Mitglied der „Freien Kräfte“ oder der NPD gewesen sei. Niedermeyer wurde erst kürzlich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Generation Deutschland gewählt und ist gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Havelland. Interessanterweise ordnet der Verfassungsschutz sowohl den AfD-Landesverband Brandenburg als auch die Jugendorganisation Generation Deutschland selbst als rechtsextremistisch ein, was die gesamte Debatte zusätzlich verschärft.
Der Verfassungsschutz Brandenburg hatte das Treffen bereits in seinem Bericht für das Jahr 2017 dokumentiert und darauf hingewiesen, dass die „Freien Kräfte Neuruppin - Osthavelland“ die Veranstaltung über soziale Medien wie Facebook beworben hatten. Diese Einordnung unterstreicht die anhaltenden Kontroversen um die Grenzen zwischen konservativer Politik und rechtsextremen Tendenzen innerhalb bestimmter AfD-Kreise in Brandenburg.



